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Entenjagd: Nicht zu den Akten legen

24.11.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jürgen Morr, NT-Zizishausen. Zum Artikel „Die Enten sind wieder sicher“ vom 20. November. Im Bericht der Nürtinger Zeitung zur Entenjagd zwischen Unterensingen und Zizishausen wird versucht, die unüberlegte Tat der Jäger zu rechtfertigen und herunterzuspielen. Bis auf den etwas missglückten Zeitpunkt der Jagd habe schon alles seine Richtigkeit und sei auch nichts Schlimmes passiert, kann man herauslesen. So einfach sollte man den Vorfall allerdings nicht zu den Akten legen.

Kreisjägermeister C. Kunz räumt ein, dass der Zeitpunkt der Jagd nicht optimal war. Er war aber nicht nur suboptimal, sondern schlicht taktlos und rücksichtslos. Nicht so sehr wegen des Volkstrauertags, welcher von vielen Menschen sowieso nicht geachtet wird, sondern wegen der Lärmbelästigung der Bürger und aller nicht bejagten Tiere sowie der getöteten Enten, die möglicherweise nur der Jagdlust geopfert wurden. Auch an einem anderen Sonntag wäre die Aktion nicht grundsätzlich besser gewesen! Warum eigentlich hat man bei der Jagd in einem eng besiedelten Gebiet die Bürger nicht vorher über die Medien informiert? Wurde es nur vergessen, oder hat man Protest schon im Voraus befürchtet?

Die Jäger argumentieren, dass die regelmäßige Jagd wegen einer möglichen Überpopulation notwendig sei. Stimmt das? Und warum haben die Jäger dann nur acht Enten erlegt, wenn so viele herumfliegen? Gibt es die übermäßige Vermehrung gar nicht, oder sind nur die Schießkünste der Jäger so miserabel, dass sie nicht besser treffen? Für die zusätzlich überlebenden Tiere würde mich das freuen. Den Jägern würde ich dann allerdings raten, den „Schießprügel“ lieber ruhen zu lassen und, wie normale Bürger auch, am Sonntagmorgen Ruhe zu geben und auszuschlafen. Dies gilt natürlich erst recht, wenn die übermäßige Vermehrung der Enten sprichwörtlich nur eine „Ente“ sein sollte, um die böse Tat zu rechtfertigen.

Wer denkt übrigens an die beim Einsatz von Schrotmunition „schlecht“ getroffenen Tiere, die nur leicht verletzt weiterfliegen und erst später langsam und elend zugrunde gehen? Wie verträgt sich dieser Gedanke mit einer sauberen Jagdethik? Ich werde in Zukunft darauf achten, ob Jäger dazulernen können, und möchte dies auch allen gleichgesinnten Mitbürgern empfehlen.

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