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Einfalt statt Vielfalt

17.08.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Krüger, Nürtingen. Das ständig sinkende Niveau der Fernsehprogramme, insbesondere das der sogenannten öffentlich-rechtlichen Sender, hat mich schon vor Monaten zu entsprechenden Schreiben an ARD und ZDF veranlasst. Das ZDF reagierte mit einem nichtssagenden Zweizeiler, während die ARD-Zuschauerredaktion sich wenigstens mit dem Inhalt meiner Vorwürfe auseinandersetzte. Ich hatte die vielen Soaps, die teilweise geistlosen Vorabendserien, die Hofberichterstattung, die Klatsch-Sendungen und das einseitig auf sogenannte Volksmusik ausgerichtete Musikprogramm beanstandet.

Auch ich gehöre zur Zielgruppe der Zuschauer über 49 Jahren, allerdings halte ich die Behauptung, dass alle Zuschauer über 49 Volksmusik sehen und hören wollen, für eine Unverschämtheit. Ich habe der ARD vorgeworfen, kein Angebot für die Freunde der Rockmusik zu haben und damit den Auftrag der Vielfältigkeit und der sogenannten Ausgewogenheit zu verletzen. Die ARD antwortete mir, derartige Angebote habe es gegeben, sie seien aber nicht angenommen worden. Als Beispiele wurden Sendereihen angeführt, die seit Jahrzehnten nicht mehr im Programm sind. Mein Eindruck ist, dass ARD und ZDF sich viel zu sehr dem Niveau der Privat-Sender angepasst haben. Bekanntlich gibt es für alles einen Markt beziehungsweise verschiedene Märkte für die verschiedenen Ansprüche. Der Markt der weniger anspruchsvollen Zuschauer wird doch bereits durch die verschiedenen privaten Sender bestens abgedeckt, warum müssen ARD und ZDF damit konkurrieren?

Leider wird das Fernsehen in Deutschland viel zu wichtig genommen, für manche Leute scheint es die dominierende Freizeit-Beschäftigung zu sein. Geistloser Müll wie DSDS oder Big Brother wäre längst vom Bildschirm verschwunden, wenn es dafür keine Zuschauer gäbe.

Das Perfide ist, dass es solche Angebote überhaupt gibt. Wie hieß es einst bei der Einführung des Privat-Fernsehens durch die damalige Kohl-Regierung? Das Angebot für den Zuschauer sollte wesentlich vielfältiger werden. Heute haben wir leider statt Vielfalt sehr viel Einfalt. Aber Einfalt auf dem Bildschirm braucht eben auch einfältige Konsumenten, davon scheint es immer noch genügend zu geben.

Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt hat einst im Bundestag einen fernsehfreien Tag pro Woche gefordert, damals gab es aber nur die öffentlich-rechtlichen Sender. Was geschähe wohl, wenn Angela Merkel heute eine solche Forderung in den Raum stellte? Vermutlich fiele die gesamte Werbewirtschaft über sie her, aber wie verhielten sich die Konsumenten?

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