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Leserbriefe

Ein Märchen?

18.04.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Schönhaar, Unterensingen. Zum Artikel Hochschule Nürtingen: Wieder Experiment mit Genmais vom 12. April. Es war einmal eine Hochschule, die wollte mit dem Geld der Steuerzahler etwas Gutes tun. Da suchte sie sich einen erfahrenen Partner, der ganz besonders viel Geld hatte, das er mit früheren guten Taten in fernen Ländern verdient hatte. Doch dieser Partner wollte noch mehr Gutes für die Menschheit tun, indem er neue tolle Pflanzen und die zugehörigen Unkrautvernichtungsmittel entwickelte. Die Hochschule wollte ihn dabei nach Kräften unterstützen, um die Ernährung der Menschheit zu sichern und viele neue Arbeitsplätze zu schaffen und dem Land eine gute Position in der Welt zu sichern. Doch da kamen eines Tages böse, ungezogene Menschen, organisierten sich und hatten auch noch die Frechheit, im Internet zu firmieren und die gut behüteten und mühsam angebauten Pflanzen auszureißen. Und das, obwohl sie in einem Staat lebten, der sich rührend um sie kümmerte, ihnen gut bezahlte Arbeit verschaffte und sie mit allem, was man zum Leben braucht (Handys, umweltfreundliche Atomkraftwerke, schicke, schadstoffarme Autos, gute und fortschrittliche Schulen für alle) versorgte. Es war zum Weinen. Aber jetzt erst recht, sagte da der Professor der Hochschule und bekam zum Trost neue Pflanzen von seinem Partner und die pflanzte er trotzig auf einem noch größeren Feld an. Was interessieren mich denn die ganzen Bedenken von anderen ignoranten Wissenschaftlern, Ärzten und Politikern und sonstigen Leuten, die keine Ahnung haben?

Sein Partner half ihm nach Kräften und überzeugte die ungläubigen Bauern, Politiker, Ärzte und sonstigen Aktivisten, Randalierer und die große Mehrheit der Bevölkerung des Staates, die seine guten Pflanzen nicht wollten, vom Gegenteil. Für die, die sich nicht überzeugen ließen, weder mit guten, mit Bedacht ausgewählten Worten noch mit wertvollen Geschenken, gab es in dem Staat ja noch die Polizei, die sein Feld gegen die Attac(k)en der Ignoranten verteidigte. Dann war Ruhe im Land. Die Freiheit von Forschung und Lehre war wieder hergestellt und die neuen Pflanzen und die neuen Tiere der zweiten und dritten Generation konnten sich ungestört verbreiten und die vielen alten unnützen und unrentablen Tiere und Pflanzen verdrängen. Die Menschen in dem Land wurden älter und ihre Kinder größer. Doch eines Tages passierte Merkwürdiges. Die neuen Tiere und die neuen Pflanzen und auch immer mehr Menschen bekamen neue Krankheiten. Die Politiker beruhigten die Bevölkerung und die Forscher forschten unablässig, aber die neuen Krankheiten waren gemeiner als alle bis dahin bekannten und ein lautes Wehklagen war im ganzen Land zu hören . . . Wie das Märchen ausgeht, weiß ich nicht oder ist es etwa gar keins?

Leserbriefe

Gut dotierte Beamtenposten

Albrecht Dürner, Neckartailfingen. Zum Artikel „Lukrative Beamtenstellen“ vom 4. Mai. Ein sehr zweifelhaftes Vorgehen der noch amtierenden Bundesregierung wird beschrieben.

Schaffung von zusätzlichen B 8-Besoldungsstellen – 71 an der Zahl – dotiert mit mindestens 8300 Euro monatlich, eher…

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