Leserbriefe

E-Autos und der Batterie-Sondermüll

04.04.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Thomas Löw, Neckartenzlingen. Zum Artikel „Schüler haben Angst um ihre Zukunft“ vom 16. März. Zurzeit demonstrieren ja Schülerinnen und Schüler gegen den Klimawandel und für den Umweltschutz. In denselben Zeitungen lese ich auch euphorisch aufgemachte Artikel über die saubere Zukunft mit Elektromobilität. Als Physiklehrer gehört es zu meinen Aufgaben, einen bewussten Umgang mit Energie zu lehren und damit auch Ausgestaltung von Energiewirtschaft zu betrachten und zu kommentieren.

Nun stelle ich mir also vor, dass in ab-sehbarer Zeit aller Antrieb auf der Straße elektrisch sein soll. Und ich schätze und rechne mal eher günstig, wahrscheinlich mit viel zu niedrigen Zahlen aufgrund grober Abschätzungen und Recherche. Es gibt weltweit vielleicht 1 000 000 000 Pkw und 100 000 000 Lkw. Im Durchschnitt wird jeder Pkw 500 Kilogramm und jeder Lkw 3000 Kilogramm an Akkus mit sich herumführen. So sind weltweit 1 500 000 000 000 Kilogramm an Batteriemasse unterwegs (ganz nebenbei: nutzlos bewegte Masse).

Etwa ein Zehntel davon ist nach dem jetzigen Stand der Technik das vergleichsweise seltene und schwer zu fördernde Metall Lithium, also 150 000 000 Tonnen, das reicht dann für circa 300 000 Kilometer pro Fahrzeug, also etwa ein Fahrzeugleben lang, sagen wir 15 Jahre. Dann ist dieselbe Menge wieder nötig, vorausgesetzt der Bestand der Fahrzeuge erhöht sich nicht.

Rein theoretisch wäre das Lithium der Akkus wieder verwendbar, im Augenblick gibt es jedoch noch keinen wirklich effizienten Plan, das Lithium aus den Akkus zurückzugewinnen, da der Energieaufwand dafür wiederum viel zu hoch ist. Wir produzieren also mit jeder „Generation“ von E-Autos eine riesige Menge Sondermüll, für dessen Aufbereitung es momentan noch keinen Plan gibt. Dass das E-Auto emissionsfrei sei, stimmt damit nur, solange ich das Fahrzeug an sich ganz isoliert betrachte. Damit dies aber keine Lüge ist, nehmen wir die Schadstoffimmissionen und Umweltbelastungen bei der Herstellung der Akkus, bei der Gewinnung der elektrischen Energie (deren Menge durch den geplanten Energiewandel ohnehin eher knapp ist und das Szenario der Erzeugung und Verteilung einer noch sehr viel größeren Menge noch nicht wirklich konzipierbar ist) und bei dem erheblichen Energiebedarf des Recyclings und der „Entsorgung“ also sorgfältig ins Visier. Und das vergleichen wir mit der momentanen Situation beim Verbrennungsmotor und kommen zu der Erkenntnis, dass an die Gesamtbilanz des Dieselmotors im Moment weder energetisch noch klimatisch etwas Besseres zur Umwandlung von Primärenergie in Bewegungsenergie entgegensteht. Es sei denn, wir treiben den Wasserstoff-Verbrennungsmotor voran. Das war auch mal eine Idee. Und ich frage mich, weshalb dieser Weg nicht in aller Munde ist statt dem der Sackgasse „Elektroantrieb“.

Leserbriefe

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