Leserbriefe

Diesel-Nachrüstung ohne Kretschmann

08.03.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Kretschmann zweifelt an Hardware-Nachrüstung“ vom 3. März. Wenn Wahlen anstehen, zeigt sich Winfried Kretschmann für die Grünen gern in seinem Wahlkreis Nürtingen. Aber die heimische Nürtinger Zeitung liest er wohl nicht, denn dort stand am 1. März der Artikel: „Kfz-Gewerbe fordert Nachrüstung“. Anders als Kretschmann fordert der Kfz-Verbandspräsident Brambach zur Vermeidung von Fahrverboten die wirksame Hardware-Nachrüstung, die jetzt auch der ADAC getestet und für gut befunden hat. Einbaufertige Lösungen für fast alle Diesel-Fahrzeuge werden angeboten von Firmen für Kosten von 1500 bis 3000 Euro. Der Kfz-Verband fordert die Hersteller wie Daimler, VW, BMW und Audi auf, kostenlos die Nachrüstung zu übernehmen, damit die betrogenen Diesel-Fahrer – auch die sechs Millionen mit Euro 5 – ihre Fahrzeuge ohne Fahrverbote problemlos weiter nutzen können.

Im Gegensatz zu ADAC und BAUMOT allerdings erklärt Daimler-Chef Zetsche Anfang Februar 2018 vor der Presse, dass die Entwicklung von Hardware-Lösungen Jahre (!) dauert!? Mathias Wissmann hat das noch bekräftigt als Cheflobbyist des VDA. Vor diesem VDA – Verband der Automobilindustrie – hat jetzt auch der Ministerpräsident Kretschmann erneut seine Treue zur Autoindustrie bekundet und „Zweifel an Hardware-Nachrüstung“ wiederholt. Auch redet Kretschmann von „angemessener Zeit“ und verweist zur Begründung sogar auf Probleme bei der „Software-Nachrüstung“. Diese Billig-Lösung für schäbige 80 Euro, die auf dem „Diesel-Gipfel“ von Politik und Herstellern als Erfolg gefeiert wurde, ist sogar schädlich, weil sie im Winter abgeschaltet (!) wird, wie die Deutsche Umwelthilfe nachgewiesen hat.

Das Kfz-Gewerbe steht bereit für die richtigen Hardware-Nachrüstungen, wenn endlich Daimler et cetera den Anstand besitzen, die Kosten zu übernehmen! Circa zwölf Milliarden Euro kostet die zügige Nachrüstung aller Euro-5-Diesel, also ungefähr genau so viel wie der VW-Gewinn von 11,4 Milliarden allein im letzten Jahr! Gesundheit für die Menschen und gleichzeitig ein Konjunkturprogramm für das Kfz-Gewerbe, diesmal aber bezahlt von den Verursachern, den Autofirmen und nicht von den Steuerzahlern! Das ist die Lösung, die auch ein Landesvater Kretschmann vertreten sollte.

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