Leserbriefe

Die Vorzüge der Gemeinschaftsschule

28.01.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Birgit Knecht, Frickenhausen. Zum Artikel „Gemeinschaftsschule Frickenhausen“ vom 11. Januar. Warum brauchen wir die Gemeinschaftsschule? Warum ist individuelle Förderung für alle Kinder erst mit Einführung der Gemeinschaftsschule möglich? Fakt ist, dass an den meisten Schulen die gestiegenen Anforderungen an die Kinder mit Erhöhung des psychischen Drucks vonstatten gehen. Eltern sowie Kinder leiden an den Auswirkungen von Frontalunterricht, Angst vor Klassenarbeiten herrscht schon ab der ersten Klasse. Hält ein Kind den Schritt nicht mit, hat dies meist schwer verkraftbare Konsequenzen zu tragen, die Frustrationstoleranz bis an die Grenzen ausschöpfend. Die Zahl der betroffenen Kinder: steigend! Die natürlichen Abwehrreaktionen vieler Kinder münden schon früh in Aggression und totaler Lernverweigerung. In wie vielen Familien spielt sich täglich das Hausaufgabendrama ab? In zu vielen! Das Ergebnis sind Kinder ohne jedes Selbstwertgefühl und frustrierte Eltern.

Die individuellen Entwicklungsunterschiede bei Kindern werden fast völlig ignoriert. Die aufschreienden Eltern haben im heutigen Schulalltag keinen Platz und werden oft weder ernst genommen noch gehört. Die heutigen Anforderungen an die Kinder passen nicht mehr mit den angewandten Lehrmethoden zusammen. Diese Erkenntnis der Eltern wird in erschreckender Selbstkritiklosigkeit seitens der Schulen, auch unserer Schule in Frickenhausen, ignoriert. Kaum jemand kam bisher dort auf die Idee, dass der vorgegebene Lehrplan auch anders umzusetzen wäre.

Eine „Einer-hat-das-Sagen-Politik“ funktioniert nicht. Deshalb brauchen wir die Gemeinschaftsschule! Es galt die Eltern am Info-Abend vom Konzept der Gemeinschaftsschule, also lernen in Lerngruppen statt in Klassen, individuelle Förderung der Schüler sowie selbstbestimmtes Lernen der Kinder et cetera, zu begeistern. Frickenhausen braucht eine Schule! Wir, die von der Gemeinschaftsschule überzeugten Eltern, hoffen deshalb für unsere Kinder, dass tatsächlich ein Umdenken stattfindet. Welches auch durch Taten statt nur durch Worte umgesetzt wird. Die alten Zöpfe müssen ab! Daher der Appell an die Eltern, sich aktiv an der Gestaltung der Gemeinschaftsschule zu beteiligen, eventuell über den Elternbeirat.

Wir hoffen, der Schule gelingt es, verlorenes Vertrauen vieler Eltern durch tatsächliche Zusammenarbeit und Mitspracherecht wiederzugewinnen. Keine leichte Aufgabe! Sicher ist es noch ein weiter Weg, aber jeder Neuanfang ist schwer und braucht Entwicklungszeit. In diesem Sinne: miteinander reden – denn glückliche Kinder braucht das Land!

Leserbriefe

Nicht mit dem Glauben Politik machen

Walter Stückle, Neckartenzlingen. Zum Artikel „Skepsis gegenüber türkischen Schulen“ vom 11. Januar. Jetzt ist es aber genug! Wird ernsthaft darüber nachgedacht, muslimische Schulen zuzulassen. Bei den Moscheen hat man schon den Fehler gemacht, dass dort nicht in deutscher Sprache gepredigt…

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