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Leserbriefe

Die Stücklesbesitzer überziehen gehörig

30.10.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Friedrich Pfleghar, Oberboihingen.

Die „Interessengemeinschaft Streuobstwiesen Wendlingen“ und ihre Anhänger schießen gerade mit ihren Zeitungsannoncen weit über das Ziel hinaus, uns Streuobstwiesenbesitzern einen Gefallen zu tun. Mit starken Worten wie „wer Ärger sät, wird Ärger ernten“ oder „Schwätzer-Behörde / Macher-Stücklesbesitzer“ und so weiter versuchen diese Wendlinger Grundbesitzer nach alter Gutsherrenart klarstellen zu wollen, dass sie mit ihrem Grundbesitz tun und lassen können was sie wollen. Dem ist aber mitnichten so. In Artikel 14 Absatz 2 Grundgesetz steht: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ Der Gebrauch des Eigentums soll dem Gemeinwohl nicht zuwiderlaufen, sondern ihm zugutekommen! So, und nun muss geklärt werden, was das Gemeinwohl denn ist. Dieses ist das, was wir uns als Gesellschaft selber an Gesetzen und Normen gegeben haben. Und genau darum geht es nun. Das Landratsamt unter anderem jetzt zum Sündenbock zu erklären, stellt die ganze Sache auf den Kopf. Ich bin bestimmt kein Freund von Landratsämtern und Beamten, aber hier läuft was total verkehrt. Diese Menschen machen ihre Arbeit, das heißt sie sorgen dafür, dass die von uns gewollten Gesetze eingehalten werden. Und wenn das nicht der Fall ist sorgen sie dafür, dass sich das wieder ändert. Sie sind diejenigen, die dafür sorgen, dass das, was wir als Gesellschaft wünschen, auch umgesetzt wird, sie sind unsere Erfüllungsgehilfen wie die Polizei im Straßenverkehr.

Daraus jetzt aber eine Vertreibungs- und Freiheitsberaubungsaktion vonseiten des Landratsamtes zu kreieren ist starker Tobak und daneben. Wie gesagt: Eigentum verpflichtet, zuerst denken, dann handeln! Noch ein paar Worte zur Sache. Alle reden über Insektensterben, Artenvielfalt et cetera und da frage ich mich schon, welche Streuobstwiese da nun mehr dienlich ist. Die, welche Natur Natur sein lässt oder die, auf der Party und Freizeithalligalli ist?! Für mich ist eine Streuobstwiese keine Freizeitgestaltungsfläche, dafür gibt es genügend andere Plätze. Und eines ist auch klar, auf der Wiese, wie teilweise angedroht, gar nichts mehr zu machen geht auch nicht. Da kommen dann die gleichen handelnden Personen zum Tragen, Grundstücke müssen nach unseren Gesetzen gepflegt werden. Und da beißt sich die Katze in den Schwanz: Eigentum verpflichtet!

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