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Die störenden Säulen würden dann bleiben

06.02.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Thaddäus Kunzmann, Nürtingen. Zum Leserbrief „Kostenberechnung fehlt immer noch“ vom 31. Januar. Fünf der sechs Fraktionen im Nürtinger Gemeinderat stehen hinter der Sanierung und dem Ausbau des Hölderlinhauses. Die Vorteile sind mit Händen zu greifen: moderne Räume für die Volkshochschule, Barrierefreiheit, zeitgemäße Toiletten, eine energetische Sanierung, mehr Platz, durch die historische Dachform einen städtebaulich markanten Zugang zur Altstadt. Und: Die störenden Säulen in den Räumen können beseitigt werden.

Dieser Um- und Ausbau, die Neumöblierung und die Gestaltung des Platzes vor dem Haus kosten rund sieben Millionen Euro. Über Sanierungsmittel fließen 2,7 Millionen Euro an die Stadt zurück. Dafür muss das Haus Ende 2021 fertiggestellt sein.

Man kann das alles nun für völlig überflüssig halten. Dafür steht ja Herr Braun. Eine Alternative jedoch hat er nicht. Einfach nur dagegen zu sein reicht allerdings auch nicht. Er schreibt: Für fünf Millionen Euro ließe sich das Haus im Bestand sanieren und umbauen. Woher nimmt er diese Zahl? Und hat er dafür eine belastbare Kostenberechnung? Für diese fünf Millionen Euro (oder mehr) würde der Grundfehler des Gebäudes – und das sind die Säulen in den Schulungsräumen – konserviert. Wir verlieren die Zuschüsse, das Gebäude bleibt in der äußeren Form so wie es heute ist. In der Konsequenz wäre es für die VHS nicht mehr nutzbar. Für sie müsste an anderer Stelle Ersatz geschaffen werden – mit allen damit verbundenen Kosten.

Ich bin zudem überrascht, dass die Arbeit unserer VHS so wenig wertgeschätzt wird, dass ihr weiterer Erfolg offensichtlich keine Erwähnung mehr wert ist. Und dann noch: Was will man denn mit dem Haus machen, wenn die VHS dort nicht mehr sein kann? Es gibt zwischen den Hölderlinhäusern in Nürtingen und Lauffen einen großen Unterschied: In Lauffen ist das Gebäude denkmalgeschützt. Damit sind auch aus diesem Topf Fördermittel möglich. Das Nürtinger Hölderlinhaus besitzt dagegen keine Denkmaleigenschaft und es gibt entsprechende Aussagen des Denkmalamtes, dass diese auch nicht vorgesehen sei. Das weiß Herr Braun natürlich alles auch. Trotzdem tut er so, als sei es anders. Er sollte einfach seriös bleiben.

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