Schwerpunkte

Leserbriefe

Die Stadt und der Fluss

23.08.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Ulrich Schweizer, NT-Neckarhausen. Zum Artikel Neun Interessenten für Investorenwettbewerb vom 10. August. Der Reiz aller romantischen Städte und Dörfer an Loire, Mosel, Rhein und Neckar liegt an deren direkter Anbindung ans Gewässer. In Nürtingen sind wir jetzt an einem Punkt, wo wir unser Städtle zum schönsten weit und breit machen könnten.

Es ist möglich, zwischen Stadt- und Wörthbrücke eine durchgehende Gestaltung vorzunehmen. Der Wörth darf nicht wieder bebaut werden. Hundert Jahre lang wurde in Nürtingen die Natur nur vor sich her geschoben. Jetzt besteht die Möglichkeit, sie als Ausgleichsmaßnahme wieder in die Stadt hereinzuführen. Die heutige Generation und künftige Geschlechter hätten etwas davon: höhere Lebensqualität, nicht zuletzt für alte Leute und Kinder. Das käme der ganzen Bevölkerung zugute.

Der Saubach ist an seinem Ende eingedolt worden. Die Steinach wurde von der Gerberstraße bis zur Mündung zwischen bolzengerade Mauern gezwängt ohne den geringsten Schwung. Hier sollte man einen Spazierweg vom Neckar bis zur Nürtinger Zeitung ins Auge fassen.

Der Freizeitwert des Wassers und des Neckars wird immer mehr Bedeutung einnehmen vor allem, wenn es zu teuer wird, seine Freizeit weit weg zu verbringen.

Ein Wettbewerb oder ein Bürgerentscheid für das Wörth-Areal wäre angebracht. Gartengestalter und Landschaftsplaner sind hier gefordert. Aber keine Architekten. Man darf nämlich nicht mit den Fröschen reden, wenn man einen Sumpf trockenlegen will.

Nürtingen ist wieder dabei, einen großen Fehler zu begehen. Der Fluss braucht seinen Raum.

Man hat hier bisher nämlich einen großen Vorteil: Bei vielen Orten liegt ein Gleis oder eine Straße zwischen Stadt und Fluss. Im 19. Jahrhundert war geplant, die Eisenbahnlinie von Stuttgart nach Tübingen direkt am Neckar entlangzuführen. Dieser Kelch ist Gott sei Dank an uns vorübergegangen Metzingen und Reutlingen sei Dank, die diese Pläne verhindert haben. Diesen Pluspunkt sollten wir nicht verspielen.

Leserbriefe