Leserbriefe

Die Qualen der Hunde

12.03.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Udomar Rall, Nürtingen. Zum Artikel „Immer mehr Hunde“ vom 4. März. Immer mehr Menschen halten sich einen Hund als Haustier. Aus Liebe zum Tier? Mit Sicherheit nicht. Wenn man es genau nimmt, verfolgt jeder Tierhalter einen Selbstzweck. Er möchte den Hund als Spielzeug, als Gesellschaft, als beherrschbares Wesen, als Wache, als Waffe, als Ware, zum Ausstellen, Angeben oder Verkaufen. Was der Hund möchte, spielt dabei keine Rolle.

Die Einzigen, die Hunde nicht zum eigenen Zweck halten, sind Menschen, die misshandelte oder ausgestoßene Tiere aus Mitleid aufnehmen. Das sind für mich die wahren Tierfreunde. Die in diesem Artikel genannten Probleme mit der Hundehaltung sind nur lästige Randerscheinungen. Was wirklich schlimm ist, ist das Leid zahlreicher Hunde, ihr stumpfes Dahinvegetieren, ihre Qualen und Ängste.

Und noch etwas sollte jedem Hundehalter klar sein. Die meisten Hunde werden mit einem mehr oder weniger großen Anteil an Fleisch oder anderer tierischer Nahrung gefüttert. Für dieses Futter müssen Unmengen anderer Tiere jämmerlich leben und sterben, werden eingedost. Dafür verschwinden Regenwaldflächen vom Erdboden, weil dort Futter angebaut wird für die flächen- und energieintensive Tierwirtschaft. Von dem Fleisch, das ein großer Hund am Tag frisst, kann umgerechnet in Weizen oder Reis in Afrika oder Indien eine siebenköpfige Familie einen Tag lang leben.

Bei immer knapper werdenden Lebensmittelressourcen muss dieses Thema jetzt auf den Tisch. Es gibt auch vegetarisch lebende Hunde. Doch muss überhaupt so viel Hund sein? Nicht, dass jetzt alle Hunde verschwinden sollten. Was mich stört, sind die vielen gezüchteten Hunde, die Geschäftemacherei mit Tieren, die grotesken Auswüchse. Dabei geht es nicht um Blinden- und Polizeihunde oder Ähnliches. Es gibt bestimmt viele gute Partnerschaften zwischen Mensch und Hund. Was sofort aufhören sollte, ist die Züchtung (mit Ausnahmen für einige wenige Fälle wie Suchhunde und so weiter) und die Behandlung des Hundes als Ware für jedermann.

Leserbriefe

Den Geschädigten Kraft wünschen

Erhard Springer, Wendlingen. Zum Artikel „Er sagte, ich solle keine Angst haben“ vom 12. April. Danke Matthäus Klemke und der Nürtinger Zeitung für die Veröffentlichung der schockierenden Geschichte zu einem weiteren mutmaßlichen Missbrauchsskandal sowie dessen zeitverzögerter Verfolgung durch…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe