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Die Pensionäre und die Rentner

02.04.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Fritz Immel, Neckartailfingen. Zum Artikel „Beamte: Mehr Geld und trotzdem enttäuscht“ vom 21. März. Nun haben die Proteste und Streikdrohungen schon Wirkung gezeigt, die Finanzminister haben genug Geld übrig für eine Erhöhung von 5,5 Prozent für die Staatsbediensteten und Pensionäre. Das sind ungefähr 140 Euro pro Monat, es können aber, bei einem pensionierten Gymnasiallehrer, auch 180 Euro sein. Für die Westdeutschen Rentner soll es ganze 0,25 Prozent geben, das sind ungefähr drei bis vier Euro. Das bis zu 40-Fache hat der Staat übrig für die Angestellten, Beamten und Pensionäre im Staatsdienst, dabei haben die noch eine Erste-Klasse-Krankenversorgung bei geringeren Krankenkassenbeiträgen.

Nun wird vielleicht mancher Rentner aus Frust nicht zur Wahl gehen, aber das könnte nur dazu führen, dass wir nach der Wahl eine Große Koalition bekommen. Die kann dann ohne großen Widerstand die staatliche Geldumverteilung erst richtig in Schwung bringen. Denn man braucht ja noch viel mehr Geld für die soziale Gerechtigkeit, und die armen Südeuropäischen Länder müssen auch gerettet werden. Dabei zahlen die Arbeitnehmer dort viel weniger Steuern und Abgaben und gehen früher in Rente als die Deutschen. Dass für die Rentner, bei gut gefüllten Steuertöpfen, mehr übrig bleibt, ist nicht zu erwarten. Denn auch bei künftigen Verteilungskämpfen sind die Staatsdiener näher an den Steuergeldern.

Als Nächstes kommen die Beschäftigten der Verkehrsbetriebe und Flughäfen, welche durch Streiks großen Druck machen und hohe Schäden verursachen können. Der normale Arbeitnehmer, dessen Arbeitsplatz ins Ausland verlagert werden kann, sitzt da an einem deutlich kürzeren Hebel. Wenn sich die Rentner nicht bemerkbar machen und ihre Ansprüche lautstark anmelden, dann wird für sie immer fast nichts übrig bleiben. Die niedrigen Erhöhungen für Rentner werden immer mit dem Demographiefaktor begründet, weil immer weniger junge Leute immer mehr Rentner aushalten müssen. Aber wann wird dieser Faktor auch für die Pensionäre eingeführt?

Da die grün-rote Landesregierung den überhöhten Gehaltsforderungen so wenig Widerstand geleistet hat, wird man auf die Einführung des Demographiefaktors für Pensionäre noch lange warten müssen. Ich bin seit 2005 in Rente und habe seitdem im Durchschnitt monatlich etwa 15,40 Euro mehr bekommen. Dazu muss ich mir ständig das Politikergeschwätz von der sozialen Gerechtigkeit und der Verteilungsgerechtigkeit anhören. Aber die Zahlen sprechen eine ganz andere Sprache.

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