Leserbriefe

Die Nächstenliebe und der Tod

12.11.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hans Fröhlich, Frickenhausen-Tischardt. Zum Artikel „Die Angst vor dem Sterben wird oft verdrängt“ vom 6. November. In diesem Artikel bekommen Menschen, die älter werden, einen gewissen Trost für Jahre möglicher Vereinsamung. Gesprochen wird aber auch über die Liebe als Lebenskraft und die Fähigkeit zum Geben. Beides sind Eigenschaften, die uns Gewöhnlichsterblichen ermöglichen, unser Leben würdig zu gestalten. Denn: je erfüllter das Leben ist, desto „besser“ könnte man eines schönen Tages sterben. Diesem Motto folgend, sollte unser Leben von Grund auf eher zum Geben als zum Nehmen aufgebaut werden (ganz im Sinne der Hospizbewegung). Der Aufbau des Gebens ist eng mit dem Kulturstand verbunden, sowohl im Künstlerischen wie im Materiellen. Und hier erweist sich eine Inkongruenz: Warum sind „arme“ Menschen eher imstande zu geben als die, die sich dem Reichtum hingeben? Der Egoismus ist ein Nebenprodukt der Ignoranz (sowohl willkürlich als unbewusst).

Meines Erachtens lässt uns der Egoismus nicht klar ins Antlitz des Todes schauen, deshalb wird der Gedanke ans Sterben oft verdrängt. Der Tod ist letzten Endes der letzte Weg der Darbietung unseres Lebens. Wir haben bessere Chancen, würdevoll zu sterben, wenn wir mit unseren Liebenden darüber sprechen. Man denke nur an Jesu Christi, zu was er bereit war im Sinne der Menschenliebe und Vergebung.

Leserbriefe