Leserbriefe

Die Kurz-Beinigkeit von Lügen

04.11.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Herbert Schölch-Heimgärtner, Neuffen. Zum „Leserbrief“ „Grüne waren für Untertunnelung“ vom 2. November. Wir erleben dieser Tage die geistige Frische, die durch Schlichtungsgespräche unter Heiner Geißler Hoffnung auf mehr Demokratie und Transparenz keimen lassen. Umso ärgerlicher, wenn andere, was Köpfe mühsam errichten, mit dem Hintern einreißen wollen. Der Beitrag von Sebastian Kurz ist zutiefst unanständig, geistlos, schäbig. Nichts außer dem Namen ist von ihm: es ist Wort für Wort eine Pressemitteilung des CDU-MdL Reinhard Löffler. Dass Kurz keine eigenen Gedanken bietet, lässt vermuten, dass er sie nicht hat und nichts über das weiß, was er so billig kopiert. Man darf es Etikettenschwindel nennen, was er tut.

Auf einer Internetseite werden Löfflers Pressemitteilung, ein Warnhinweis „Denken kann tödlich sein“ und, in aller Treuherzigkeit, die Verbindung zu dem Grünen-Dokument dargeboten. Wer keine Angst vorm Denken hat und den Text liest, stößt auf Altbekanntes und immer noch Aktuelles: harsche Kritik an der „technokratischen Planungsmanier von oben her“ ohne Einbeziehung der Bürger, Forderung nach Erhalt und Ausbau des Kopfbahnhofs und die Warnung, dass bei der Verlegung des gesamten Bahnhofs unter die Erde mit acht Gleisen „mit vielen Milliarden Mark ein zukünftiger unterirdischer Engpass“ gebaut wird.

Die Behauptung, die Grünen seien „Vorreiter und die Initiatoren des Projekts S 21“ gewesen, hat mit Wirklichkeit nichts zu tun. Wenn Löffler dazu das Dokument von 1995 heranzieht, als S 21 in der jetzigen Form bereits in die Wege geleitet war und, wie oben gesagt, im genannten Papier scharf kritisiert wurde, dann behauptet er groben Unfug.

Interessant ist in dem Zusammenhang, dass auch andere, allerdings unter Nennung des Namens, Löfflers Auslassungen mit allen Fehlern und Stilblüten kritik- und wohl auch ahnungslos kopieren und weiterverbreiten (im Internet zu finden). Die Abteilung „Betreutes Denken“ scheint bei der CDU in Sachen S 21 besonders rege und besonders niveaulos. Kritiklose Parteifreunde, die beim Verbreiten helfen, sind dabei willkommen. Letztlich geht es darum, die bereits erreichte Kultur von ernsthafter Sachdebatte um S 21 und gegenseitigem Respekt zurückzuzerren in das politische Feld der Diffamierungen, auf dem sich Löffler heimisch zeigt.

„Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.“ (Kurt Tucholsky). Dies hat, bei einer anderen Auffälligkeit Herrn Löfflers, ein Journalist ihm ins Stammbuch geschrieben.

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