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Leserbriefe

Die Folgen der Gentechnik

20.10.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Lothar Roß, Aichtal. Zum Leitartikel „Fluch oder Segen“ vom 17. Oktober. Herr Lessing hat im Großen und Ganzen recht. Die Akzeptanz der roten Gentechnik ist logisch, da sie im geschlossenen System, ohne Freisetzung in die Umwelt, produziert und nur bei medizinischer Notwendigkeit eingesetzt wird.

In einem Punkt aber hat er unrecht: „Der Verbraucher sei nicht daran interessiert, dass Tiere mit Genfutter gefüttert werden.“ Der Verbraucher hat gar keine Möglichkeit zu erkennen, womit die Tiere gefüttert wurden, da dies, als Zugeständnis an BASF, Monsanto und Co, nicht deklariert werden muss. Wer sichergehen will, kann nur Bio kaufen, und die vergangenen Regierungen haben emsig dafür gesorgt, dass sich dies nur wenige leisten können, Besserung ist nicht zu erwarten.

Würde Europa die Anzahl seiner Nutztiere so reduzieren, dass sie mit eigenem Futter ernährt werden können, gäbe es keine Probleme mit Milch- und Fleischüberschüssen, die dann auch noch die Märkte der Dritten Welt ruinieren. Die Entwicklungsländer könnten statt Futtermittel aus Gensoja und Genmais für Europa Lebensmittel für die eigene Bevölkerung anbauen. Das würde Welthunger bekämpfen und nicht die Gentechnik, an der sich nur die Agroindustrie ein goldene Nase verdient. Zum Thema Welthunger noch ein Vergleich: Man veranschlagt 60 Milliarden Dollar für dessen Beseitigung, die Boni der Wallstreet-Bankiers für das Krisenjahr 2009 werden 140 Milliarden Dollar betragen – welch eine Perversion. Wenn man die Koalitionverhandlungen von Schwarz-Gelb beobachtet, wird dieses Treiben munter weitergehen.

Die Damen Homburger und Schavan kämpfen mit allen Mitteln dafür, die Dämme für Monsanto und Co. einzureißen und die grüne Gentechnik endlich bei uns durchzudrücken – gegen die Mehrheit in der Bevölkerung. Was mag wohl die Triebfeder eines solchen sonst eher seltenen Kampfgeistes sein? Mit ähnlicher Vehemenz sorgte man für die Freigabe des Bankenroulettes und davor für die Atomtechnik, die Folgen werden wir noch jahrzehntelang zu tragen haben. Wenn dann vielleicht in einigen Jahren die Folgen einer Gentechnikkatastrophe zu beseitigen sind, will es wieder keiner gewesen sein.

Leserbriefe

Impfpflicht leider ausgeschlossen

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Noch zu früh“ vom 26. Februar. Es ist ein sehr gewagtes „leider“ im letzten Satz des Kommentars „Noch zu früh“ von Markus Grabitz – Zitat: „Die Bundesregierung hatte ja eine Impfpflicht – leider – ausgeschlossen“: Als Journalist sollte ihm bekannt…

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