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Die Blitzer und die Medien

06.02.2014 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Kreuzhof, Bempflingen. Zum Artikel „Neue A 8-Blitzer: Nur jeder zweite Sünder muss zahlen“ vom 1. Februar. Die Berichterstattung wird leider immer oberflächlicher. Die Medienvertreter, die sich gerne das Gewand der Wächter der Republik überstreifen, interessieren sich offenbar immer weniger für eine Berichterstattung, die auch Hintergründe und Gesamtzusammenhänge für den lesenden Bürger darstellt.

Dies wird besonders deutlich bei der Berichterstattung über Verkehrssünder. So werden undifferenziert dem Autofahrer 592 000 Geschwindigkeitssünder des Jahres 2013 um die Ohren gehauen, um ihm die Rechtfertigung für gnadenloses Geblitze klarzumachen und um den Eindruck zu erwecken, dass sich alle Kraftfahrer um Geschwindigkeitsbeschränkungen einen Kehricht kümmern. Zugleich soll der Eindruck erweckt werden, dass die verantwortlichen öffentlichen Stellen akribisch über die Einhaltung der Verkehrsregeln wachen. Bei kritischer Betrachtung ist aber weder das eine noch das andere der Fall.

Verantwortungsvolle Berichterstattung heißt für mich, auch die Zahl der Kraftfahrer zu benennen, die 2013 alle Messstellen, mobil und statisch, passiert haben. Erst dann könnte man das Fahrverhalten der Kraftfahrer beurteilen.

Hätte man diese Zahl zur Verfügung, würde man feststellen, dass der Anteil der Kraftfahrer, die eine Geschwindigkeitsübertretung begehen, im prozentualen Null-Komma-Bereich liegt. Eine einfache Rechnung zum Beispiel: Bei nur 1000 statischen Messstellen im Lande, es dürften aber mehr sein, und 365 Jahrestagen bedeuten 592 000 Verkehrssünder nicht einmal zwei Übertretungen pro Tag, pro Messstelle. Es gibt aber Messstellen, wie an der A8, da passieren 40 000 bis 50 000 Fahrzeuge pro Tag die Blitzer.

Und nun zu den Organisatoren der „Messorgie“: Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich bei den verantwortlichen Organisatoren für diese Aufgabe um komplette Nieten handelt. Denn durch Verkehrszählungen ist den Verantwortlichen doch das Verkehrsaufkommen bestens bekannt. Die prozentualen Geschwindigkeitsübertretungen hierzu ins Verhältnis gesetzt, lassen leicht, auch im Vorfeld, einen Personalbedarf errechnen. Dazu genügen die Rechenkenntnisse eines Hauptschülers.

Ich wünsche mir also, dass Medienvertreter die von öffentlichen Stellen und nicht nur von diesen verbreiteten Informationen kritischer hinterfragen.

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Kein Verständnis für Schließungen

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zehn Quadratmeter also. Drei auf drei, um den einzelnen Supermarktkunden herum. Macht drei Meter Abstand zum nächsten. Vielleicht machbar, aber kaum zu kontrollieren. Und im Falle von Unterschreitung oder Weigerung kaum zu ahnden, weil es nicht strafbewehrt…

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