Leserbriefe

Die Bedeutung des Hölderlinhauses

23.05.2019 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Kai Hansen, Nürtingen. Zum Leserbrief „Hoffe auf hohe Wahlbeteiligung“ vom 21. Mai. Mit Klaus Seeger aus Zizishausen teile ich die Hoffnung auf eine hohe Wahlbeteiligung bei der Gemeinderatswahl am kommenden Sonntag.

Ich empfinde Dankbarkeit für die mühselige Arbeit der Gemeinderäte. Nicht der Gemeinderäte wegen bin ich froh, dass jetzt eine Legislaturperiode endet. Darin liegt eine Chance.

Zum Hölderlinhaus sagte der Gutachter Gromer: „Das Gebäude ist deutlich wertvoller, als man bisher wusste“, und es sollte deshalb „wie ein Bau- und Kulturdenkmal behandelt werden“. Im Unterschied zu Herrn Seeger denke ich nicht, dass die Mehrheit stets recht hat, sondern ich erwarte eine qualifizierte Verständigung, die parteiliche Interessen und Einseitigkeiten zugunsten einer gedeihlichen und planvollen Gesamtentwicklung überwindet.

Dass nur die Fassade des Hölderlinhauses Geltung haben soll und man eine Totalentkernung gutheißt wegen ein paar mehr Unterrichtsräumen, zeigt symbolisch, dass ein vielschichtiger Erinnerungsort von historischer Bedeutung in Nürtingen nichts gilt. In diesem Haus ist Weltliteratur entstanden, anders als in Laufen oder Tübingen. Dann wären da noch die Kosten. Mit einer bestandserhaltenden Sanierung käme man vermutlich erheblich preiswerter weg. 2,7 Millionen Zuschuss, bei am Ende zu erwartenden 6,5 bis sieben Millionen Euro. Da sollte man doch Fragen haben dürfen, oder?

Wer die Haltung hat „Das Recht muss der Politik folgen, nicht umgekehrt“, wie der Ex-Innenminister Österreichs, zweifelt unser Rechtssystem an, möchte stichhaltige Kontrollmöglichkeiten abschaffen – und destabilisiert damit unser gesellschaftliches System. Solches Denken, verbunden mit Anpassungsdruck und Halbwahrheiten macht sich derzeit leider vermehrt breit. Um Geld geht es übrigens nicht nur beim Hölderlinhaus. Ein Beispiel: Dauerhaft würde es die Stadt entlasten, wenn sie nicht mehrere unterschiedliche Zuständigkeiten für Stadtmarketing mit jeweils Zuwendungen unterhalten würden. Woher kommt die Einigkeit mit diesem aufgeblasenen Headcount? Wo soll das hinführen, wenn man die Nutzung von Kontrollrechten diskreditiert?

Leserbriefe

Die Regierung muss Druck aufbauen

Gerhard Jakob, Neckartenzlingen. Zum Artikel „Bienen-Volksbegehren stößt auf wenig Interesse“ und „Weniger Insekten – neue Zahlen“ vom 31. Oktober. Bienen-Volksbegehren stößt auf wenig Interesse, meldet die Nürtinger Zeitung in einer Schlagzeile. Wenige Seiten später wird in der gleichen Ausgabe…

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