Leserbriefe

Die Banken und die Feuerwehr

08.05.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sebastian Kurz, Reudern. Zum Artikel „Wirtschaft muss den Menschen dienen“ vom 3. Mai. Deutschland – ein Land, in dem es zu wenig Schulen, zu wenig Kindergartenplätze, extrem schlechte Straßen, ein Gesundheitssystem, das am Boden liegt, gibt. Alte Menschen, die unser Land aufgebaut haben, werden mit Nullrunden bei den Renten abgespeist. Gleichzeitig nimmt die Kriminalität stark zu, weil man Polizisten einspart. Und Eltern brauchen mehrere Jobs, um über die Runden zu kommen. Et cetera?

Wie kommt unsere Regierung dazu, Steuergelder in Milliardenhöhe von uns Bürgern an Griechenland zu zahlen? Das Rettungspaket für Griechenland ist doch wieder nur eine Bankenrettung. Die Deutsche Bank ist mit 43 Milliarden Euro in Griechenland engagiert, die vom Staat gestützte Hypo Real Estate ist nach eigenen Angaben mit fast 10 Milliarden in Griechenland dabei, bei der ebenfalls staatlich gestützten Commerzbank sind es mehr als drei Milliarden Euro. Auch Allianz, Münchener Rück und Landesbanken haben griechische Anleihen im Portfolio.

Daher auch das große Interesse von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und unseren Politikern an der Rettung Griechenlands. Denn bei einer Umschuldung Griechenlands oder dem Austritt des Landes aus der Euro-Zone müsste der größte Teil abgeschrieben werden und dann hätten wir schon wieder eine neue Bankenkrise.

Ackermann sagte vor wenigen Tagen bei einer Pressekonferenz im Bundesfinanzministerium: „Es ist unheimlich wichtig, dass wir dieses Haus, das angefangen hat zu brennen, auch löschen.“

Die Banken, die Streichhölzer und Benzin geliefert haben, rufen nun nach der Feuerwehr. Doch während die Feuerwehr (IWF und EU) versucht, den Brand zu löschen, bleiben die Brandstifter auf freiem Fuß und suchen sich bereits ein neues Haus.

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