Leserbriefe

Die Abschiebung ist ein Verbrechen

24.03.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Klaus-Dieter Tempel, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Angst vor der Abschiebung in den Kosovo“ vom 8. Februar. Im Januar wurde eine Familie abgeschoben, die 24 Jahre lang hier war. Darunter zwei minderjährige Kinder. In Köngen droht einer Familie die Abschiebung, obwohl der Arbeitskreis Asyl ihr Hierbleiben aus humanitären Gründen für dringend geboten hält. Diese Zeitung hat darüber berichtet.

Ebenfalls hat sie ein Interview mit dem scheidenden Vorsitzenden der Härtefallkommission veröffentlicht. Er beklagt, dass das Innenministerium nicht alle Entscheidungen der Kommission anerkennt zum Nachteil der Betroffenen. Aus diesem Grunde stelle ich mir vor, was eine Abschiebung für die Betroffenen bedeutet und was sie auch wirklich ist. Vor Augen steht mir dabei die nach 24 Jahren abgeschobene Familie. Eine Abschiebung ist ein Überfall unter Missbrauch der daran beteiligten Polizei. Mitten in der Nacht werden die Schlafenden geweckt und müssen sich für weitere Maßnahmen fertig machen.

Eine Abschiebung ist eine Festnahme, sie ist eine Verhaftung und Abführung. Sie ist ein Abtransport, eine Deportation in ein für sie fremdes Land. Sie ist eine Verschickung in Not und Elend. Deshalb ist eine Abschiebung zugleich ein Raubüberfall. Es wird den Betroffenen alles genommen, was ihr Leben lebenswert macht. Die Kinder verlieren die Heimat, ihre Schule und damit die nötige Bildung. Sie verlieren die Zukunft, die Aussicht auf ein gesichertes Leben, auf geordnete Lebensverhältnisse. Mit den Eltern verlieren sie ihre Wohnung. Ihr Zuhause, ihre Lebensfreude wird ihnen durch anhaltendes Heimweh genommen. Sie werden krank durch die seelischen Verletzungen, durch ein lebenslanges Trauma. Sie verlieren ihre voll eingerichtete Wohnung. Wo verbleibt nun ihr Eigentum? Was passiert mit ihrem Besitz, ihren persönlichen Gegenständen, die ihr Leben bereichert haben? – Ich habe es als Kind erlebt, was es bedeutet, innerhalb kürzester Zeit die Heimat verlassen zu müssen. Muss denn das immer noch passieren? – Die Verantwortlichen für solche Unmenschlichkeiten betonen, dass alles nach Recht und Gesetz stattfindet. Jedes Unrechtsregime behauptet dasselbe. Wir müssen doch erwarten können, dass in unserem freiheitlich demokratischen Land die Menschenrechte beachtet werden. Eine Familie mit hier geborenen und aufgewachsenen Kindern nach 24 Jahren ihrer Heimat zu berauben, nenne ich ein Menschenrechtsverbrechen. Damit ist dies eine Straftat, die unter dem Schein des Rechts verübt wird.

Leserbriefe

Hochwasserschutz in Neckartailfingen

Sebastian Kurz, Neckartailfingen. Zum Artikel „Mit höheren Einnahmen Schulden getilgt“ vom 4. Oktober. Dem Artikel habe ich entnommen, dass der Gemeinderat zum wiederholten Mal den mangelnden Hochwasserschutz in der Gemeinde Neckartailfingen kritisiert und die Verwaltung zum Handeln aufgefordert…

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