Leserbriefe

Die abenteuerliche Buslinie 167

25.01.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jörg Gneiting, Aichtal-Grötzingen. Zum Artikel „Abenteuer Busfahren zwischen Aichtal und Filderstadt“ vom 30. November. Seit Jahren pendle ich auf der Linie 167 zwischen Aichtal und Nürtingen. Schon Monate vor dem Wechsel zum neuen Fahrplan am 1. Dezember 2019 hörte man viele schlechte Sachen über die Firma Melchinger, welche die Linie übernommen hat, und es erschienen Zeitungsartikel, die sich mit dem Thema befassten. Es hat sich leider herausgestellt, dass auf der Linie 167 eingetreten ist, was von vielen gesagt wurde. Die Fahrer kennen die Strecke nicht (mancher hielt nicht an der richtigen Haltestelle, einer bog falsch ab, wieder einer fuhr an den Wartenden vorbei et cetera); die Busse sind mitunter nicht ausreichend präpariert (keine Anzeige der Liniennummer; keine Kasse, um Einzelfahrscheine zu verkaufen und so weiter); viele Fahrer sprechen kaum Deutsch, sodass sie Fragen kaum oder gar nicht beantworten können.

Es handelte sich aber nicht einfach nur um Anfangsschwierigkeiten, sondern es blieb schlecht. Symptomatisch ist, dass zwischen Grötzingen Ortsmitte und Nürtingen ZOB an keiner einzigen Haltestelle (Stand 20. Januar) der aktuell gültige Fahrplan (vom 15. Dezember 2019) hängt, sondern entweder der vom 1. Dezember 2019, der sich vom aktuellen in immerhin einem Punkt unterscheidet – oder immer noch der uralte des OVK aus dem Jahr 2018 (so in Oberensingen Lindenplatz, NT Neckarbrücke, NT Mühlstraße). Ich habe das moniert bei Melchinger, es ist aber nichts passiert.

Meine Bilanz aus der letzten Woche: an vier von fünf Werktagen ist der Bus, mit dem ich fahren wollte, nicht gekommen: Am Dienstag, 14. Januar, der um 18.03 Uhr vom ZOB NT nach Grötzingen; am 15. Januar um kurz nach 21 Uhr ab Mühlstraße; am 16. Januar um kurz nach 21 Uhr dito; am 17. Januar um kurz nach 21 Uhr dito. Am 27. Dezember gar, als ich nach Nürtingen fahren wollte, kamen gleich zwei Busse nacheinander nicht (17.09 und 17.39 Uhr). Landkreis und VVS sagen, durch den Wechsel wollten sie noch mehr Leute zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen. Auf der Linie 167 jedenfalls vergrault man die Fahrgäste.

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