Leserbriefe

Deutsche Sprache ist lebendig

24.03.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Maike Pfuderer, Stuttgart. Zum Leserbrief „Kristin Rose-Möhring und die Nationalhymne“ vom 15. März. Zunächst, wie kann es auch anders sein, sind Migranten und deren Hilfsorganisationen wieder das Ziel des Herrn Hiemer. Der Artikel vom 7. März bezieht sich auf den Strafantrag der Landtagsfraktion der AfD. Diese vermeintliche Alternative für unser Heimatland unterstellt Ärzten die Strafvereitelung im Amt. Die Fantasien dieser Partei sind aber bestenfalls alternative, aber keine gesicherten Fakten.

Nun zum Vorstoß der bisherigen Frauenbeauftragten der Bundesregierung, die Nationalhymne gendergerechter zu machen. Hier mag es schon so sein, dass gut gemeint nicht zwangsläufig auch gut gemacht ist. Ob historische Texte wie das von August Heinrich Hoffman von Fallersleben 1841 gedichtete „Lied der Deutschen“ nun zwingend umgeschrieben werden müssen, daran kann gezweifelt werden. Ich denke nein.

Aber auch wenn der Vorstoß vielleicht falsch angesetzt wurde, so ist die Deutsche Sprache eben eine lebendige Sprache, die nicht zwingend am generischen Maskulinum festhalten muss. Eine lebendige Sprache entwickelt sich eben und kann damit durchaus auch geschlechtergerechter werden. Das schadet niemand und niemand verliert dabei, außer vielleicht Männer wie Hiemer eines ihrer verehrten Feindbilder.

Noch kurz zum Thema der Einordnung in politische Richtungen. Man ist nicht zwingend linksradikal wenn man an der Willkommenskultur und Gastfreundschaft festhält. In unserer christlichen Tradition wird dies auch als Nächstenliebe bezeichnet. Diese ist eine Frage des Anstandes und bedarf nicht zwingend einer Verortung im linken Bereich der Politik. Wer nun aber die haltlosen Anschuldigungen einer rechtsradikalen Partei, die sich „Alternative“ nennt als bare Münze verkauft oder aber die kriminellen Aktivitäten einer einzelnen Person an dessen Ethnie festmacht. der wird von niemanden in die rechtsradikale Ecke gestellt. Bei einer solchen Person spricht viel dafür, dass sie ganz bewusst rechtsradikal ist.

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