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Deutsche Rentner mehrmals bestraft

27.07.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Richard Weinzettl, Wendlingen. Zum Tagesthema: „Gerecht“ vom 6. Juli. Wollen sich schon wieder die Arbeitgeber an unserer Rentenkasse bedienen? Ist es nicht an der Zeit, die Renten zu erhöhen, um die Kaufkraft der Rentner zu stärken? Der deutsche Rentner wurde in den letzten Jahren mehrmals bestraft. Erstens wurde das Renteneintrittsalter stufenweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Für jedes Jahr, das der Rentner früher in Rente geht, hat er für seinen ganzen Lebensabend 3,6 Prozent weniger. Für drei Jahre früheren Renteneintritt sind das 10,8 Prozent. Zweitens: Von 1995 bis 2013 wurden die Westrenten um 17,32 Prozent (Ostrenten 36,69 Prozent) angehoben, bei einer Teuerungsrate von 30 Prozent. Das heißt, der Westrentner muss einen Kaufkraftverlust von 12,68 Prozent hinnehmen. Drittens: Die Sozialabgaben für Renten und sogar Betriebsrenten werden auch immer höher. Mit jeder Rentenerhöhung profitiert auch der zukünftige Rentner. Was ist da „gerecht“? Wird da der Generationenvertrag nicht durch die Selbstbedienungsmentalität der Arbeitgeber unterlaufen? Sollten wir nicht auch ein Polster für die jüngere Generation schaffen, das die nicht durch Zusatzrenten überfordert wird? Die zukünftige Rentnergeneration und auch wir Rentner sollten uns Gedanken darüber machen.

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