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Der „Ochsen“ ist eine Herzenssache

07.05.2014 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Kurtfritz Handel, Frickenhausen-Linsenhofen. Zum Artikel „Soll das Antlitz des Ochsen bewahrt werden?“ vom 2. Mai. Die große Besucherzahl bewies, dass das Schicksal des „Ochsen“ vielen Bürgern am Herzen liegt. Einst war nach Kirche, Rathaus und Kelter das Gasthaus der wichtigste Ort der Dorfgemeinschaft. Heute noch sind die Fassaden von Kelter und „Ochsen“ das prägende Bild der Neuffener Straße. Der Abriss dieses Wahrzeichens Frickenhausens ist mir als Künstler unverständlich, sind doch die alten Gebäude Sinnbilder des geschichtlichen Gedächtnisses einer Ortschaft und mit dem Begriff der Heimat verbunden. Ein Abriss wäre ein Verlust an kultureller Substanz und Identität.

Frickenhausen hat eine gute Infrastruktur, wir fühlen uns hier wohl, der Blick ist auf das Neue, Zeitgemäße gerichtet und dafür ist auch Geld vorhanden. Für ein „altes Glumb“, dessen Sanierung einiges kostet, ist kein Verständnis, noch Geld da. Frickenhausen hat sein altes Rathaus aus dem 16. Jahrhundert abgetragen, Tischardt sein Herz, das alte Kirchlein, verschenkt, alles aus Rationalitätsgründen. Beinahe unbemerkt vollzog sich der Abriss in der Mittleren Straße mit dem Verlust einiger älterer Häuser, ohne die Bürger zu befragen, was an dieser Stelle die Mehrheit wünscht.

Als Teilnehmer der Gemeinderatssitzung war ich als 73-jähriger Senior erstaunt, dass im „Ochsen“ nach dem Umbau betreutes Wohnen vorgesehen ist und keine andere Nutzungsmöglichkeit in Betracht gezogen wird. In der größten Verkehrsdichte der Neuffener Straße mit täglichem ampelbedingtem Stau, Verkehrslärm, schlechter Luft, dem Blick auf parkende Autos, statt Ruhe und Begrünung, möchten Senioren nicht wohnen. Meines Erachtens ist der „Ochsen“ ein erhaltungswürdiges Gebäude schwäbischer Gemütlichkeit, das in seiner Tradition als Ort der Begegnung fortbestehen sollte. Vereins- und Familienfeiern, kulturelle und andere Veranstaltungen können eine sich selbst tragende Nutzung des unteren Bereichs sichern. Nach der Sanierung des oberen Stockwerks würde man staunen über den großzügigen Raum, der richtige Ort eines Heimatmuseums der drei Gemeinden im „neuen Frickenhausener Heimathaus“.

Das Schicksal des „Ochsen“ ist eine emotionale Sache und sollte nicht alleine vom Gemeinderat bestimmt werden, sondern von der Bürgerschaft. Vor einigen Wochen wurde ein Forum der Senioren in Frickenhausen gegründet, das bis zur nächsten Gemeinderatssitzung, in der das Schicksal des „Ochsen“ entschieden wird, zur Beratung herangezogen werden müsste. Desgleichen sollten zur Orientierung des Gemeinderates Vorschläge und Wünsche zur Nutzung des Areals in der Mittleren Straße berücksichtigt und dann erst ein Architekt für die Planung beauftragt werden. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Leserbriefe

Demonstranten ohne Maske geht gar nicht

Jürgen Schwinghammer, Neuffen. Zum Artikel „Demonstration ohne Masken in der City“ vom 20. Oktober. Das Demonstrationsrecht ist ein Grundrecht. Wenn aber in Stuttgart 300 Demonstranten gegen die Maskenpflicht ohne Maske und Abstand demonstrieren und dabei von der Polizei „eskortiert“ werden,…

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