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Der Große Forst und das Hochwasser

28.06.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Manfred Speidel, Nürtingen. Die in den ersten Junitagen im Großraum Nürtingen und entlang der Nordseite der Schwäbischen Alb gefallene Regenmenge entsprach mit mehr als 100 Litern pro Quadratmeter in etwa einem Achtel der üblichen Jahresdurchschnittsmenge von etwa 800 Litern pro Quadratmeter. Die Auswirkung war ein Hochwasser des Neckars, insbesondere seiner kleineren Zuflüsse von der Schwäbischen Alb. Der Höchststand des Neckarhochwassers entsprach zumindest oberhalb des Wörth-Stadions bis Neckartailfingen der „Jahrhundertflut“ 1978.

Durch die vorgesehene großflächige Versiegelung des „Großen Forsts“ wird auf dieser Fläche die wichtige Grundwasserbildung fast unterbunden, die überörtliche Funktion als wichtiger Grundwasserspeicher nachhaltig zerstört. Der Versiegelungsgrad auf dem ersten Teilabschnitt des geplanten Gewerbegebiets beträgt nahe 90 Prozent. Dies entspricht etwa einer Fläche von circa 13 Hektar. Die Regenmenge im angesprochenen Zeitraum auf diese Fläche betrug rund 13 Millionen Liter Wasser.

Bei Stufe II des Gewerbegebiets mit zusätzlich zehn Hektar würde sich die abfließende Wassermenge auf 23 Millionen Liter erhöhen, die nach neueren Planungen aus Kostengründen ungebremst ohne Rückhaltung auf kürzestem Weg hangabwärts in kürzester Zeit zusätzlich der Autmut oberhalb deren Mündung in den Neckar abgeleitet werden sollen.

Dadurch wird der Wasserhöchststand vom 1. beziehungsweise 2. Juni 2013 und die Hochwassergefahr um ein Vielfaches verstärkt. Die angrenzenden Flächen und Wohngebiete an der Autmut werden noch stärker betroffen sein. Die vorgesehene Dachbegrünung bei der Bebauung „Großer Forst“ als Wasserrückhaltefläche ergibt hier nur kurzzeitige Wirkung. Die im Zuge des Neu- und Ausbaus der Metzinger Straße im Hinblick auf das Gewerbegebiet und „Boss“ verlegten Leitungen bis über die Südtangente hinaus mit einigen Hunderttausend Euro vorfinanzierten Kosten durch die Stadt sind nun Makulatur.

Durch die massive Ableitung des Niederschlagswassers vom „Großen Forst“ werden weitere Hochwasserschäden entstehen, die enorme Kosten für Hochwasserschutz verursachen, die allein von der Stadt Nürtingen und den Bürgern zu tragen sind.

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