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Denken Wähler nur an eigene Interessen?

28.07.2017 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zum Leserbrief „Demokratie hat ihren Preis“ vom 15. Juli. Herrn Bauer kann man vorbehaltlos zustimmen, doch um einiges ergänzen. Wenn er diesen erbärmlichen Satz zitiert: „Die da oben machen doch sowieso das was sie wollen . . .“ fehlt der Zusatz: „. . . aber nur, weil die/wir da unten es zulassen.“ In anderen Ländern wie etwa der Türkei riskieren Menschen Freiheit, Leib und Leben für Demokratie und Meinungsfreiheit, hierzulande wird sie von vielen verschenkt, aber Politikerschelte, Protestwähler und Wahlenthaltung feiern Urstände.

Zur Politikerschelte. Es ist natürlich leicht, über andere zu schimpfen, wenn man selber nichts tut. Allein, selber nichts zu tun ist schon der erste und größte Fehler. Es gibt die demokratischen Parteien von den „Linken“ bis zur „Union“. Niemand muss beitreten, aber jeder kann Anfragen, Vorschläge, Anregungen an die entsprechenden Parteien oder deren Untergliederungen beziehungsweise Abgeordnete richten, auch Auskünfte zu konkreten Fragen anfordern. Darüber hinaus gibt es eine Unzahl an Möglichkeiten, sich an den verschiedensten Bürgerinitiativen in verschiedenster Form zu beteiligen. Die Informationsmöglichkeiten sind nahezu grenzenlos, wenn man von einigen heiklen Themen absieht, zum Beispiel der angeblichen Krim-Annexion. Da muss man schon genauer suchen, in den Leitmedien findet sich fast nichts dazu. Aber: wer sucht, der findet!

Wie kommt es nun zu dieser Politikerschelte? Da sind vor allem die zahllosen Wahlversprechen der Parteien/Politiker, die nicht eingehalten wurden. Das sei mal auf die Ebene einer Bürgermeisterwahl heruntertransferiert. Der alte Bürgermeister ging in Pension und hinterließ drei dringende Probleme. Die Kläranlage muss demnächst rundum erneuert werden. Um die Verkehrs-Sicherheit der Schüler zu gewährleisten, die in den Nachbarort fahren, muss endlich ein Fahrradweg gebaut werden. Der Fußballverein ist aufgestiegen. Eine Renovierung des Stadions ist unausweichlich. Zwei dieser drei Projekte können finanziert werden und es bleiben noch einige Mittel übrig. Da klopfen an: der Kaninchenzuchtverein, die Damen vom Wetthäkeln, die Herren vom einarmigen Bierglasstemmen, die Freunde des Siebenschläfers . . . Und nun möge sich der geneigte Leserbriefleser mal vorstellen, was der arme Bürgermeisterkandidat wem antworten und welcher Text seine Wahlplakate schmücken soll. Kann es sein, dass viele Wähler angelogen werden wollen, weil sie die Komplexität der Sache nicht überschauen und nur an ihre eigenen Interessen denken?

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Reinmar Wipper, Nürtingen. Zehn Quadratmeter also. Drei auf drei, um den einzelnen Supermarktkunden herum. Macht drei Meter Abstand zum nächsten. Vielleicht machbar, aber kaum zu kontrollieren. Und im Falle von Unterschreitung oder Weigerung kaum zu ahnden, weil es nicht strafbewehrt…

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