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Das Nachtverbot für Lkws prüft keiner mehr

30.07.2022 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Raimund Popp, Nürtingen. Zum Artikel „Infoveranstaltung zum Verkehrskonzept“ vom 18. Juli.

Neues Verkehrskonzept ohne Lkws in der Rümelinstraße. Das Ergebnis von Verkehrskonzepten ist meistens schon vorgegeben, bevor die Öffentlichkeit eingebunden wird. Vor 60 Jahren wollte die Stadt eine Zugangsstraße für das Munitionslager im Tiefenbachtal bauen. Den Bewohnern der Rümelinstraße wurde dafür versprochen, dass „nur vorübergehend“ ein kleiner Verbindungsweg für wenig Verkehr entsteht, bis dann die Säer-Umgehung gebaut wird.

Wundert sich denn niemand in ganz Nürtingen, dass die Straße zu schmal ist, dass die Lkws auf die Gehwege ausweichen müssen bei Gegenverkehr? Ich meine, wie blind muss man sein, wenn man politische Schacherei über die Realität stellt? Augen zu, das kann doch nicht sein? Meine liebe Stadt, mein lieber Gemeinderat, steht endlich zu eurem Wort und übernehmt Verantwortung zu euren Versprechungen. Die Lkws müssen raus aus der Rümelinstraße, so wird es seit 60 Jahren versprochen. Die Straße gehört der Stadt, ihr könnt jederzeit ein Schild aufstellen: Lkws verboten. So wie beim Stadtbalkon. Allein der Lärm sogar nachts ist unerträglich. Das Nachtverbot für Lkws prüft schon seit Jahren keiner mehr.

Was sagt das Ordnungsamt dazu? Wir sollen uns alle mit Nachtkameras auf die Pirsch legen und Fotos schießen, die dann in der Tonne landen. Lärmschutz-Plan: die leeren Lkws donnern mit 110 Dezibel durch, weil die Metallstangen gegen die Wände klatschen. Das ist nicht erlaubt? Richtig, juckt aber keinen.

Dazu müssten wir erst mit geeichtem Messgerät jeden Fahrer stellen. Auch für die Tonne arbeiten. Sind wir denn im geordneten Wilden Westen, wo der Ordnungsamts-Sheriff mit den Füßen auf dem Schaukelstuhl baumelt? Eine große Lösung wäre auch das verschwundene Löschen der Bundesstraße durch Reudern und Nürtingen. Das Regierungspräsidium hat hier Nürtingen ebenfalls in die Tasche gelogen oder Nürtingen hat keinen Mumm, sich mal was zu trauen. Kein Wunder, wenn jedes Mal der Planer und die OBs durchwechseln. Das letzte Mal musste ich erst die aktuellen Verantwortlichen in der Stadt informieren, dass die Unterlagen schon in den eigenen Aktenschränken liegen. Das wusste man leider nicht.

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