Schwerpunkte

Leserbriefe

Das Hölderlinhaus und die Kosten

17.04.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Karl Kohler, NT-Oberensingen. Ende März wurde von der Stadt Nürtingen die öffentliche Auschreibung Hölderlinhaus veröffentlicht. Als sachkundiger Bürger mit 40-jähriger Berufserfahrung sehe ich mit Sorge die Planungen zum Hölderlinhaus. Bei der Sanierung des Salemer Hofs war ich beteiligt. Die Arbeiten waren aufwändig und anspruchsvoll, das Ergebnis ist heute noch beispielhaft.

Beim Hölderlinhaus ist das Bauvolumen wesentlich kleiner, trotzdem gab es zwei teure Wettbewerbe. Die Entscheidung beim zweiten Wettbewerb ging an den Vorschlag „Teilabbruch und Aufstockung“. Dieses Konzept wurde nach einem Jahr vom Architekten als nicht realisierbar bezeichnet, und das neue Konzept funktioniert wenn dann nur mit erheblichen Problemen und Mehrkosten.

Zur Ausschreibung der Gebäudewirtschaft der Stadt Nürtingen (GWN) zum Hölderlinhaus gibt es Fragen, die vor der Vergabe gelöst werden müssen.

Wird ein „Generalunternehmer“ als bevollmächtigter Vertreter mit gesamtschuldnerischer Haftung gesucht, sind für Nachträge und Taglohnarbeiten Tür und Tor weit geöffnet. Kann die GWN die Kosten noch kontrollieren? Ist der Fall Neubau Hallenbad Nürtingen der Verwaltung als nicht nachzuahmendes Beispiel unbekannt? Wurden die Massen nach Werksplänen des Architekten und geprüften Unterlagen des Tragwerksplaners ermittelt?

Bei 28 Prozent Baunebenkosten wurde vom Architekten die Bauleitung an ein Ingenieurbüro vergeben. Entsteht dadurch ein Haftungsproblem? Was versteht man unter „tragender Rückbau“? Es fehlen komplett die Gerüstarbeiten, die Klempner- und Dachdeckerarbeiten. Der vorgesehene Baubeginn mit Stabilisierungsarbeiten und Abbrucharbeiten ist damit unrealistisch, denn Abbrucharbeiten sind ohne Gerüst nicht zulässig.

Erst nach Vorlage sämtlicher Angebote für alle Gewerke ist zu entscheiden, ob diese „optimierte Lösung“ bei der derzeitigen unsicheren Wirtschaftslage überhaupt finanzierbar ist. Ist deshalb die Zuschlagsfrist vom 20. Mai zu streichen?

Eine Sanierung im Bestand ist die bessere, schnellere und kostengünstigere Lösung. Pläne hierfür liegen vor.

Leserbriefe

Es sind zu viele offene Baustellen

Hans Thaler, Aichtal-Grötzingen. Zum Artikel „Welche Themen interessieren im Aichtal?“ vom 12. September. Der Blick auf die letzten acht Jahre sowie in die Zukunft gibt Antworten. Kommunikation mit Bürgern – vor Ort bei Projekten, die Anwohner betreffen, oder in der Bürgerfragestunde, in der…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe