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Das Drama um die Streuobstwiesen

30.10.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Klaus Röhm, Wendlingen. Zum Artikel „Hickhack um die Streuobstwiesen“ vom 23. Oktober.

Hickhack ist der richtige Ausdruck für die Situation im Wendlinger „Gütlesdrama“. Ende Juli bekamen über 40 Stücklesbesitzer eine Anhörung vom Landratsamt Esslingen zu baulichen Änderungen mit der Ankündigung der Abrissverfügung zugesandt. Seit 1992 ist das Gebiet Landschafts- und Vogelschutzgebiet. Bis dato hat sich das Landratsamt Esslingen bei keinem Gütlesbesitzer in unserem Gewann gemeldet und beanstandet. Was ich zu diesem Thema sagen will ist, dass der Landschafts- und Vogelschutz ausschließlich von den Streuobstwiesenbesitzern betrieben wird und nicht von denen, die ab und zu über die Wiesen laufen.

Bei der Stadtratssitzung der Stadt Wendlingen gab es darüber sehr angeregte Diskussionen, bei denen unser Bürgermeister gebeten hat, die Emotionen bei den Stücklesbesitzern aus dem Spiel zu lassen. Aber diese Emotionen kann man nicht abschalten, wenn in diesen Schreiben vom Landratsamt das Beseitigen von Geschirrhütten, Garten-Ruhebänkchen für die Oma, Obststützstangen, Leitern, Feuerstellen, Wasserfässern zur Bewässerung, sogar Bienenhotels, Spielgeräten für die Kinder angeordnet wird. Sollte dies nicht geschehen, wird mit einer Abrissverfügung gedroht.

Die Stücklesbesitzer müssen nun nachweisen, wann die Geräteschuppen und Gartenhäusle gebaut wurden und sollen die Missstände beseitigen. Viele Besitzer sind überfordert und müssen sich Rechtsbeistand holen. Selbst eidesstattliche Erklärungen der ehemaligen Besitzer werden nicht anerkannt, was ich gar nicht verstehen kann. Aus diesem Grund sollten die Verordnungen von unseren Politikern überarbeitet werden und die zitierten „lebensnahen Lösungen“ dringend angestrebt werden.

Man kann nur hoffen, dass die von uns ins Leben gerufene Petition an den Landtag den nötigen Druck erzeugt, um das Gesetz zu überarbeiten oder bürgernahe Lösungen zu finden. Ich bin der Meinung, dass es in der heutigen Zeit wichtigere Angelegenheiten als diesen Kleinkrieg mit den Streuobstwiesenbesitzern gibt, zudem dieses Drama den Steuerzahler viel Geld kostet. Unsere Stadt wirbt in ihrem Flyer mit dem Landschaftsschutzgebiet als nahem Erholungsraum, wenn aber den Streuobstwiesenbesitzern die Grundlage für die Erhaltung genommen wird ist das falsch.

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