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Danke, dass an Ältere daheim gedacht wird

31.12.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Rosemarie Körner, NT-Oberensingen. Zum Artikel „10 000 FFP2-Masken und Desinfektionsmittel für Malteser und Stadt“ vom 22. Dezember. Da hat die Unternehmerin Margret Lutz ein dringend notwendiges Weihnachtsgeschenk mitgebracht: neben anderem auch FFP2-Masken für 2000 ältere Menschen über die Nachbarschaftshilfe.

Die FFP2-Masken sind teurer, das wissen alle. Teureres ist meist besser, so auch hier, aber was genau ist besser? Viele wissen nur, dass diese Masken mit der 2 angeblich für das medizinische Personal reserviert sind, uns normalem Volk nicht zur Verfügung stehen und wir die auch überhaupt nicht brauchen würden.

Da bin ich allerdings ganz anderer Meinung: Wir, besonders die Alten und Kranken hätten einen Nutzen, wenn wir sie benutzen würden. Das hat sogar unsere Regierung eingesehen und lässt ab diesem Monat jedem Bürger über 65 einige pro Monat zukommen.

Was die FFP2-Masken so sinnvoll macht ist, dass sie viel weniger Partikel durchlassen als Einmalmasken, und zwar so wenig, dass sogar die Aerosole abgehalten werden. Besonders diese sind ansteckend. Und wenn ich genau das will, nämlich nicht angesteckt werden, muss ich solche tragen und nicht die dünnen, wo kaum Schutz vorhanden ist. Die Einmal- und selbstgenähten Mundschutze sicher schon auch, aber nur das, was ganz dicht an ihnen dran liegt und vielleicht sogar noch durchgeblasen wird. Sie schützen die Umgebung, aber nicht mich.

In Seniorenheimen wird ja nun sehr darauf geachtet, getestet so oft notwendig (hoffentlich). Aber was nicht vom öffentlichen Auge gesehen wird sind die Tausende von Menschen, die in ihrem Zuhause von Mobiler Pflege betreut werden. Bis vor wenigen Tagen hatte dort häufig niemand einen FFP2-Mundschutz. Ich spreche grundsätzlich jeden darauf an, und mir wird meist gesagt: zu teuer. Kann das sein? Wem ist sein eigenes Leben zu teuer? Oder ist es „nur“ das fremde Leben, solange ich jung bin?

Auf meine Nachfrage bei einigen großen Pflegediensten wurde mir leicht verschämt gesagt, dass man dort für Kunden keine FFP2-Masken hätte beziehungsweise ausgeben würde. Also haben alte, pflegebedürftige Menschen, die von nicht häufig genug getesteten Betreuungskräften versorgt werden, noch nicht einmal eine ordentliche Maske zur Verfügung? Die meisten können nicht mehr zur Apotheke laufen, um sie zu holen. Was machen die, die leicht oder schwerer dement sind in der mobilen Pflege? Nicht überall wohnen die Kinder mit im Haus. Ab Januar werden die Masken dann in der Apotheke verrechnet, was für ein Glück. Aber der Firma Lutz möchte ich noch mal ganz herzlich danken, dass sie so weit gedacht hat.

Leserbriefe

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