Leserbriefe

Chancen für Stadt am Fluss werden verbaut

20.11.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Christine Berlin-Schmücker, Nürtingen. Zum Artikel „Wörth-Areal in Grundzügen bestätigt“ vom 28. Oktober: So langsam wird es richtig eng für die Stadt. Es bleiben nicht mehr viele Sahnestückchen übrig, die man nachhaltig verderben kann. Warum nur sind wir in Nürtingen seit Jahrzehnten echte Könner darin, die Flecken in der Stadt kaputt zu machen, die man dann anderenorts bewundert? Wie viele Filetstücke wollen wir noch aus dem wunden Körper der Stadt schneiden? Offiziell gibt es sie immer noch, die hochfliegende Idee von der Stadt am Fluss. Was ist daraus geworden? Ist das Einzige, was den Verantwortlichen dazu einfällt, eine Luxusbebauung am schönsten Ort des Neckarufers? Modern, zielgruppenorientiert und auf der Höhe der architektonischen Zeit.

Das Neckarufer, das nun für den baulichen Abschuss freigegeben wurde, ist nicht einfach eine Postkartenansicht der Stadt, es ist die einzige. Und nicht zum ersten Mal wird ein Entwurf sogenannter moderner zeitgemäßer Architektur präsentiert, der sich hinterher als Bausünde entpuppen könnte. Wer weiß noch, wie die Stadt einmal aussah? In der Zeit vor dem NC, dem Nagelhaus, der Passage 33, den beiden Banken und dem Europahaus? Wie wurde den Bürgern dies nicht alles verkauft und angepriesen. Und nun wieder ein Entwurf, der an architektonischer Beliebigkeit nicht zu übertreffen ist. Komisch nur, Ähnliches steht im Roßdorf schon seit über 30 Jahren. Was dort authentisch wirkt, ist am Neckarufer eine Sünde. Aber es muss so sein, weil es gibt ja dafür einen Markt. Logisch: Wer wollte nicht an der schönsten Stelle der Stadt wohnen. Wieder wird eine Chance verbaut. So stirbt ein letztes Stück der Stadtidentität. Es bleibt nur noch die Altstadt, für deren Schutz die Stadt am wenigsten beigetragen hat: Das waren Privatleute. Ich plädiere für Ehrlichkeit, Schluss mit der Idee der Stadt am Fluss. Das wird nichts mehr. Wie das geht, haben uns längst die Neckargemeinden zwischen Cannstatt und Besigheim vorgemacht. Besser ist „Weg vom Fluss“, dann passiert dem Neckar wenigstens nichts mehr.

Leserbriefe

Brunnen belassen und mehr Fahrradständer

Uta Knappert, Nürtingen. Zum Artikel „3,6 Millionen Euro für den Schillerplatz“. Da sich nach der Entstehung des Ochsenbrunnens in der heutigen Gestaltung die meisten Menschen daran gewöhnt haben, sollte er so wie er ist bleiben. Mir gefällt er, besonders im Winter. Ihn zu überholen und mit…

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