Leserbriefe

Bürgerbeteiligung in Nürtingen

04.01.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „Vieles hängt vom Stadtoberhaupt ab“ vom 28. Dezember. „Im 6. Kapitel des ersten Buches des Contrat Social von Jean-Jacques Rousseau findet sich im Zusammenhang mit der Polis und der Republik: . . . die meisten verwechseln Stadt (Ville) und Polis (Cité), Städter (Bourgeois) und Bürger (Citoyen).“ Dies liest man bei Wikipedia unter dem Stichwort „Citoyen“, in den heutigen Sprachgebrauch übertragen etwa „mündiger Bürger“. Bürgerinnen und Bürger also, die nicht nur an Wahltagen eine Bürgerpflicht wahrnehmen, sondern an Fragen und Aufgaben rechtzeitig teilhaben wollen, dann, wenn sie sich stellen. Nicht erst nach Beschlussfassungen und Vertragsabschlüssen.

In Nürtingen wird man im nächsten halben Jahr die Rahmenbedingungen für solche städtische Gesamtverantwortung entwickeln. Bis zum Sommer tagt das installierte Gremium etwa fünf Mal. Es wäre angemessen, dass die Öffentlichkeit stets „brühwarm“ informiert wird. In den sogenannten sozialen Netzwerken geschieht das bereits (etwa in Facebook: „Nürtingen – Bürgerbeteiligung – Jetzt“, eine Gruppe, die ich moderiere). Aber auch die Tageszeitung könnte sich dafür öffnen. Neben „Zeitung in der Schule“ und der Samstagsumfrage könnte ich mir eine regelmäßige Rubrik zum Thema vorstellen, in der neben Lesern und Lesergruppen auch die Redakteure reihum mit Kommentaren auftreten.

Am Mittwoch hat Barbara Gosson mit einem für meine Begriffe glänzenden Interview den Reigen eröffnet. Es sind die richtigen Fragen breit gefächert an eine ausgewiesene Fachfrau gestellt worden. Die Antworten von Dr. Angelika Vetter zeigen Überblick, Erfahrung und geben Anstoß zu vielfältiger Diskussion. Mit dem ehemaligen Bürgertreffleiter Hannes Wezel sitzt im Staatsministerium zudem ein Mann, dessen Name und Arbeit in unserer Stadt für einen Teil der Bürgeraktivitäten steht, die bundesweit Resonanz gefunden haben. Das gilt es zu nützen. Und der Redaktion der Nürtinger Zeitung rufe ich fürs neue Jahr zu: Zeitung für Bürger, Bürger in der Zeitung, Weiter so!

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