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Leserbriefe

Blick auf Politik der letzten Jahre richten

18.06.2021 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hartmut Gerhardt, Wolfschlugen. Zum Artikel „Auch hinter den Ohren grün“ vom 12. Juni. Wolfgang Molitor kritisiert das Wahlprogramm der Grünen als „Realpolitik und Schadensbegrenzung zugleich. Aus Sicht der Grünen wenig spektakulär, aus der Perspektive vieler Wähler aber durchaus bedrohlich.“ In seiner Bemängelung fährt Molitor weiter unten fort: „Je mehr der Wähler sein Herz aus- und sein Hirn einschaltet, umso tiefer scheint Baerbock zu fallen.“

Da bleibt nur zu wünschen, dass der Wähler tatsächlich mit Blick auf unser Politikgeschehen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sein Hirn eingeschaltet lässt. Denn so wird er erkennen, dass der gesamte Klimakomplex durch die Grünen begann, dann Fahrt aufgenommen hat und heute durch sie vorangetrieben wird. Die anderen Parteien – die AfD sei wegen ihrer offensichtlichen Inkompetenz auf diesem wichtigen Gebiet ausgeklammert – lösen sich nur langsam, mehr oder auch weniger zögerlich aus der Umklammerung der Forderungen der verschiedensten Zweige unserer komplexen Wirtschaft. Dies führte sogar dazu, dass unser höchstes Gericht, das Bundesverfassungsgericht, die Klimapolitik der Bundesregierung für unzureichend erklärt hat und unsere Politiker zur Nachbesserung aufforderte.

Nur die Grünen reagieren in ihrem Wahlprogramm so klar und ins Detail gehend, was Herr Molitor wiederum so scharf kritisiert. Nur die Grünen stellen so klar heraus, dass Klimaschutz auch Schutz unserer Freiheit bedeutet. Denn Klimaschutz ist Grundrechtsschutz. Die anderen Parteien geben dies auch jetzt als ihr Ziel aus. Und wieder das Gleiche: Nur die Grünen geben bis heute dieses Ziel nicht nur an, sondern sie schlagen auch ganz klar vor, auf welchem Wege sie dieses Ziel erreichen wollen und legen diesen Weg in ihrem Wahlprogramm fest. Die Grünen leisten hier seit Langem Pionierarbeit.

Wer aber vorangeht, läuft auch Gefahr, Fehler zu machen, sich zu irren, Korrekturen vornehmen zu müssen. Dies weiß jeder, der wissenschaftlich gearbeitet hat. Für die Zuschauer am Rande ist es da wohlfeil, Kritik zu üben. Doch sogar auch hier gilt: „Eine Demokratie, in der nicht gestritten wird, ist keine.“ (Zitat Helmut Schmidt) Übrigens betonen die Grünen einen entscheidenden Punkt für jede wirkungsvolle Klimapolitik: Die Begrenzung der Klimaschäden ist nicht zum Nulltarif zu haben. Die Kosten hierfür verhindern aber wesentlich höhere Kosten für unsere Kinder und Enkel.

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