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Bahn: Besser in den Bestand investieren

18.07.2014 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jochen Findeisen, Schlaitdorf. Zum Artikel „Baustart mit mahnenden Worten“ vom 11. Juli. Weder feierlich noch heiter, sondern eher verzwungen ging es bei der Taufe des Fildertunnels zu. Fast jeden Tag ist in der Nürtinger Zeitung zu lesen, dass die Bahn immer mehr zu einem „Pleiten, Pech und Pannen“-Unternehmen verkommt. Der neuste Vorfall zeigt, dass die Bahn ihre Technik nicht im Griff hat und nicht auf die Idee kommt, die Funktionsfähigkeit ihrer Fahrscheinautomaten laufend zu kontrollieren. Ein Bahnkunde war es, der die Bahn darauf aufmerksam machte, dass (wie sich später herausstellte) an circa 40 Fahrkartenautomaten überhöhte Beförderungsentgelte kassiert wurden. Die Reaktion der Bahn war typisch: Mit dem Ausdruck größten Bedauerns erklärte die Bahn, sie sei an diesem Malheur gar nicht schuldig, sondern ein EDV-Dienstleister, der mit unrichtigen Programmen gearbeitet habe.

Der Bahnkunde wird fragen, was ihn das angeht. Wenn der Bahnkunde ohne Fahrkarte bei einer Kontrolle erwischt wird, kann er sich schließlich auch nicht damit herausreden, seine Frau habe nach der Reinigung seines Anzuges versehentlich den falschen, leeren Geldbeutel in seine Hosentasche gesteckt! Anstatt nun alle Hebel in Bewegung zu setzen, dass alle Fahrkartenautomaten wieder ordentlich funktionieren, erfährt man von der Bahn, dass ihr EDV-Dienstleister – leider, leider – ein ordentlich funktionierendes Programm erst nach dem 1. August liefern könne!

Ein menschenverachtendes Spiel treibt die Bahn in Nürtingen mit ihren Nutzern, wenn diese eine Toilette aufsuchen müssen. Auf dem Bahnsteig wird mit einem dicken, schwarzen Pfeil auf ein „WC“ hingewiesen, das es gar nicht gibt! Am Nürtinger Bahnhof sitzen zwar noch Bahnmitarbeiter, die jedoch nicht die Aufgabe haben, die Bahnnutzer bei alltäglichen Problemen zu unterstützen. Sie sollen vielmehr (die wohl lukrativeren) Touristikprodukte der Bahn an die Frau beziehungsweise den Mann bringen. Wenn der Bahnnutzer diese Damen und Herren nach einer Toilette fragt, so wird er in einen Supermarkt geschickt, der circa 100 Meter vom Bahnhof entfernt ist! Die Stuttgarter Bundestagsabgeordnete Annette Groth (Die Linke) trifft den Nagel auf den Kopf, wenn sie unlängst erklärte: „Der Bau von Stuttgart 21 ist planerischer Größenwahn. Er verschlingt Milliarden, die für den Ausbau der Bahn in der Fläche sowie für den Erhalt der Bahninfrastruktur fehlen (dazu gehören auch funktionierende Toiletten!). Diese Milliarden wären dringend erforderlich für die Reparaturen der Eisenbahnbrücken in Baden-Württemberg. Dass für die Sicherheit (und ein Minimum an Komfort) der Fahrgäste keine Gelder vorhanden sein sollen und stattdessen in dieses verkehrspolitisch unsinnige Großprojekt Stuttgart 21 investiert werden, ist in keiner Weise nachvollziehbar und höchst fahrlässig!“

Leserbriefe

Die Kosten des Afghanistan-Einsatzes

Rolf Weber, NT-Neckarhausen. Zu den Artikeln „Verlustreichster Bundeswehr-Einsatz“ und „Abruptes Ende eines langen Krieges?“ vom 15. April. Das deutsche Afghanistan-Engagement ist die Lebenslüge einer ganzen Generation von deutschen Politikern.

Auch hiesige Politiker wie der…

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