Leserbriefe

Aussagen sollen Angst schüren

16.01.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Stefan Kromer, Wendlingen. Zum Leserbrief „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“ vom 12. Januar. Zu Herrn Wahls Verteidigung von Franz Feyders Referat möchte ich mir einige Anmerkungen erlauben. Sein Leserbrief bestätigt Frau Gierlichs These, dass zumindest einige der anwesenden Zuhörer eher den einfacheren Fakten zugeneigt waren. Herr Wahl beschreibt den subjektiven Lagebericht des BKA als nüchterne Wirklichkeit. Dieser Bericht und auch andere Schriftstücke aus demselben Hause sind meiner Meinung nach parteipolitisch motivierte Verlautbarungen, die genau das bezwecken sollen, was sie bei Herrn Wahl und anderen erreichen. In die gleiche Richtung geht das fortwährende Wiederkäuen der Struck’schen These, Deutschland wird am Hindukusch verteidigt. All dies soll Angst schüren und vor allem Schwarz-Weiß-Bilder erzeugen. Über Herrn Feyders Behauptung, dass die Bürger das Vertrauen des Verfassungsschutzes wiedererlangen sollten, geht Eugen Wahl natürlich geflissentlich hinweg.

Eine andere Aussage von Franz Feyder hält nicht mal einem kurzen Faktencheck im Internet stand: die Behauptung, dass die Taliban sich mit dem Verkauf von Drogen finanzieren. Die Taliban haben in ihrer Zeit als Regierende in Afghanistan dafür gesorgt, dass der Drogenanbau faktisch zum Erliegen kam. Die Taliban sind Verfechter einer extremen Auslegung des Koran. Diese erlaubt weder den Besitz noch den Handel mit Drogen. Den jetzigen Weltmarktführerstatus in Sachen Drogen ermöglichte erst das Einmarschieren der NATO-Truppen 2001. Erst dann hatten die Provinzfürsten wieder freie Hand. Aufgabe eines Journalisten sollte es sein, diese Widersprüche zu hinterfragen, zu fragen, wer die sind, die sich heute als Taliban bezeichnen und welche Interessen sie vertreten. Leider sieht Feyder seine Aufgabe wohl eher in der intelligenten Hetze. Ich weiß nicht, wie es anderen geht, ich jedenfalls kann auf solche Art von Journalismus getrost verzichten, der uns nur von den wahren Problemen ablenken soll.

Leserbriefe

Ist Utopie auch am Neckar erlaubt?

Dorothea Röcker, Nürtingen. Zum Artikel „Infoveranstaltung zur Gartenschau“ vom 2. November. Eine Landesgartenschau ist ein zukunftsweisendes Projekt und muss deshalb ganzheitlich gedacht werden, wenn sie Entwicklungsprozesse in Gang setzen soll. Das Thema „Grüne Stadt am Fluss“ war schon immer…

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