Leserbriefe

Auf wen kann man wirklich vertrauen?

24.11.2018 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hartmut Schewe. Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Die NATO im Kalten Krieg“ vom 13. November. Der Artikel ist ein Funken der Hoffnung und Vernunft im tiefen Dunkel der Unkenntnis, dennoch sind einige kritische Anmerkungen nötig. Da ist sinngemäß zu lesen, der Westen könne nicht auf die Friedensbereitschaft der Russen vertrauen. Zum x-ten Mal: Wer hat sich friedlich und freiwillig aus seinem ehemaligen Machtbereich zurückgezogen, wer ist allen gegenteiligen Bekundungen, Versprechungen und Zusagen dorthin nachgerückt?

Als Putin eine Eurasische Sicherheitsunion vorschlug, dachte er natürlich zuerst an die Sicherheit Russlands. Es ist schwer, darin ein Übel zu entdecken, wenn ein Staatschef sich um Frieden bemüht, den sein Land dringend braucht. Allerdings käme eine solche Union den USA gewaltig in die Quere. Dann wär’s nämlich nix mehr mit der einzigen Weltmacht USA (noch mal: Brzezinski, 1997: Die einzige Weltmacht. Amerikas Strategie der Vorherrschaft). Das Buch ist inzwischen wieder im Handel.

Den USA/NATO-Romantikern sei es dringend ans Herz gelegt, den Realisten ebenfalls, damit sie ihre letzten Illusionen über unsere „Schutzmacht“ endlich über Bord werfen. An einer Stelle ist im Zeitungsartikel offensichtlich ein Fehler unterlaufen. Gegen Manöver in Deutschland hätte Russland gewiss nichts einzuwenden, gegen Manöver in Osteuropa aus legitimen Sicherheitsinteressen dagegen sehr wohl! Dann schlägt Wagner die einzig wirksamen Maßnahmen zur Entspannung der von USA/NATO ohne jede Not heraufbeschworenen Kriegsgefahr vor: Rückzug der NATO aus Osteuropa und Neutralisierung der osteuropäischen Staaten.

Ich verstehe bis heute nicht, weshalb Gorbatschow sich das nicht vor dem Abzug russischer Truppen von USA/NATO schriftlich garantieren ließ, sondern auf das Wort westlicher Regierungen vertraute! Aber diesen Rückzug wird es nicht geben, die USA haben sich noch nie von irgendwo zurückgezogen! Außerdem wäre das für die derzeitige Regierung und weite Teile der US-Bevölkerung Einknicken vor den „Kommies in Moskau“.

Schmunzeln musste ich trotz allen Elends, als Wagner die Sicherheitskonferenz Ischingers als Wehrkundetagung bezeichnete. Ist das diplomatische Zurückhaltung oder beißender Sarkasmus? Oder doch schwarzer Humor.

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