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Atomhysterie und das Restrisiko

27.05.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Emil Neuscheler, Neckartailfingen. Zum Artikel „Die grünen Monster“ vom 23. Mai. Jede Monsterwelle erreicht ihren Scheitelpunkt und verflacht sich, je höher umso schneller. Seit Fukushima ist die Sachlichkeit, die Seriosität in der Atomdebatte abhandengekommen. Ein Angstszenario wurde in Deutschland von einem Teil des Parlaments aufgebaut und geschürt. Wie rückständig müssen wohl unsere Nachbarn sein, besonders die Franzosen, dass sie bei diesem Fortschritt nicht mitmachen. Bei uns wird alles negativiert, was mit Atom zu tun hat.

Was gestern noch sicher war, soll heute also nicht mehr gelten. Damit torpedieren sich die Gegner selber, denn die Anfahrgenehmigungen für die Sicherheit wurden von Bundes- und Länderministern unterzeichnet, und zwar von Parteien aller Couleur. Der Begriff Restrisiko wurde zum Schlagwort und beherrscht unseren Tagesablauf.

Wie sich jetzt herausstellt, waren nicht die Restrisiken schuld an dem Unfall, sondern zu lasche Auflagen der Behörden. Vor kurzer Zeit war die Klimakatastrophe durch den CO2-Ausstoß noch das beherrschende Thema. Unsere Kanzlerin ließ es sich nicht nehmen, durch einen Ausflug nach Grönland besonders darauf aufmerksam zu machen. Werbewirksam ließ sie sich vor kalbendem Gletscher fotografieren. Die Reduzierung der Abgase scheint heute nicht mehr zu interessieren. Der Ausstieg bis 2021 ist ein sehr optimistischer Termin. Wir erfahren gerade jetzt in unserer Nähe, wie sich Bewohner gegen Bioanlagen wehren.

Wir werden dann erfahren müssen, wie sich Bürger gegen den Elektrosmog der neuen Überlandleitungen stemmen. Von Pumpspeicherwerken ganz zu schweigen, denn die brauchen etliche Kubik Wasser, und das gibt es nur in Kulturlandschaften. Bis diese Einsprüche alle juristisch aufgearbeitet sind, das dauert. Deshalb langsam mit dem Ausstieg. Wenn Bundeskanzlerin Merkel eine Milliarde für den E-Antrieb lockermacht, ist das eine falsche Zukunftsvision.

Das kann allerdings nur eine Zwischenlösung sein und taugt höchstens für den Stadtverkehr. Außerdem, wo soll der Strom für 41 Millionen Fahrzeuge, wie sie heute im Verkehr sind, herkommen? Unsere große Hoffnung ruht auf Untertürkheim. Die Daimler-Leute befinden sich gerade auf Testfahrt durch drei Kontinente, um den Wasserstoffmotor zu erproben. Es wäre für die ganze Autobranche ein Glückstag, wenn diese Erfindung bald Serienreife erreichen würde.

Es wäre an der Zeit, wenn die Kontrahenten sich ohne ideologisches Gefasel zum Wohle des Volkes verständigen würden. Es gibt anderweitig noch viel zu tun. Man sollte das Wetterleuchten im Süden Europas nicht übersehen. Lampedusa ist nur ein kleiner Vorgeschmack.

Wenn Europa die afrikanischen Zustände nicht ins Lot bringt und der afrikanische Kessel wegen Überbevölkerung schließlich explodiert, dann wird ein Exodus nach Norden einsetzen, der auf geografische oder staatliche Grenzen keine Rücksicht nimmt.

Leserbriefe

Grüne verbieten keine Einfamilienhäuser

Gerhard Härer, Aichtal-Neuenhaus. Zum Leserbrief „Das Ende des Einfamilienhauses“ vom 22. Februar. „Es ist einfach albern“ meinte Ministerpräsident Kretschmann dieser Tage, dass irgendjemand in Deutschland verbieten wolle, dass Menschen Einfamilienhäuser bauen dürfen. Und es ist nachweislich…

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