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Asylunterkunft im einstigen Kindergarten

28.12.2016 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jochen Krohmer, Unterensingen. Zum Artikel „Im Fokus: Kindergarten Gartenstraße“ vom 15. Dezember. Jahrelang wurde dieser Kindergarten „im Herzen“ der Gemeinde kaputtgespart und ist laut Bürgermeister Friz nicht weiter für die Kinder nutzbar. Deshalb wurde ein teurer Neubau an der Schule beschlossen und durch den Gemeinderat ohne großen Widerstand durchgenickt. Dies stieß bei vielen Menschen in der Gemeinde auf Unverständnis. Das freigewordene Gelände sollte für Praxen und Wohnungen genutzt werden. Nun soll hier mit wenigen Mitteln der Kindergarten in ein Asylbewerberheim umgebaut werden, dies stößt auf Widerstand in der Gemeinde.

Das Asylrecht ist ein hohes Gut in unserem Grundgesetz und wurde von den Gründungsmüttern und -vätern der BRD wegen der deutschen Vergangenheit verankert. Deshalb soll jeder Mensch auch Asyl bei uns bekommen, wenn er es auch braucht. Mich wundert nur, wie gerade mit diesem Recht umgegangen wird. Die Politik schreit nach jeden Ereignissen mit Asylanten nach schärferen Gesetzen, ohne die bestehenden anzuwenden oder die ausführenden Behörden besser auszustatten. Scheinbar ist auch bei unserer Gemeindeverwaltung ein zu lockerer Umgang mit diesem Thema erkennbar. Warum ist es sonst möglich, dass Bürgermeister Friz und Hauptamtsleiter Fritz von den Vorkommnissen am Montagmittag mit einem Asylbewerber und mehreren Polizeibeamten am Dienstagabend unisono keine Kenntnis haben? Wurde hier der Dienstaufsicht nicht nachgekommen?

Bei solchem Handeln wird das Vertrauen der Menschen in unserer Gemeinde und unserem Land verspielt. Dies ist der Zündstoff für Parteien, die mit hohlen Parolen die Stimmung in unserem Land machen und bei jeder Wahl immer mehr Zulauf bekommen. Gern würden sie unsere Demokratie und Republik abschaffen, da sie mit unser aller „Werten und Rechten“ nichts anfangen können.

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