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Anhörung wäre nötig gewesen

04.08.2022 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ulrich Boidol, Grafenberg. Zum Artikel „Eklat in Grafenberg: Zuhörer müssen Kelter verlassen“ vom 28. Juli.

Leider ist zum Thema Flüchtlingsunterkunft in der Auchtertstraße wieder einmal „verdrehte Welt“ vorhanden. Presseberichte, verbale Informationen seitens des Gemeinderats und des Bürgermeisters verkennen und ignorieren schlicht und einfach die Kernfragestellung der Problematik. Die Anwohner der Auchtertstraße bemängeln lediglich die Vorgehensweise von Gemeinderat/Bürgermeister bei der Abarbeitung des Themas. Obwohl es in der Gemeindeordnung und auch in der Geschäftsordnung des Gemeinderats eine Regelung zur Anhörung betroffener Bürger gibt, wurde diese Anhörung nie umgesetzt.

Spätestens in einer Vorbesprechung zwischen den betroffenen Bürgern und dem Bürgermeister hätte dieser die Wünsche der betroffenen Bürger als Antrag auf Anhörung verstehen müssen. So wie das Finanzamt dies auch macht, wenn ein Steuerpflichtiger die falsche Bezeichnung bei einem Einspruch wählt. In dieser Anhörung, die als gemeinsame Diskussion betrachtet werden kann, die keiner Zeitbindung unterliegen sollte, hätten zahlreiche offene Punkte und Bedenken sowie Anregungen besprochen werden können.

Viele Punkte hätten im Vorfeld vom Gemeinderat/Bürgermeister intensiv erläutert werden können. Gemeinderat/Bürgermeister hätten die Chance gehabt, die Anliegen der betroffenen Bürger zu verstehen. Dies ist jedoch nicht passiert. Insoweit kann nachvollzogen werden, dass in der Gemeinderatsitzung vom 26. Juli die Wogen steil nach oben gingen. Die betroffenen Bürger wissen bis heute nicht, warum das „Bader-Gelände“, der „Bauhof“, der „Platz neben der Rienzbühlhalle“ sowie „andere mögliche Standorte“ nicht in Frage kommen. Es werden immer nur plakative, nicht nachvollziehbare Aussagen verwendet. Eine Bürgerbeteiligung wird bei dieser Vorgehensweise unterbunden.

Den betroffenen Bürgern von Grafenberg liegt viel daran, dass sie stärker in die Entwicklung der Gemeinde eingebunden werden. Man muss nicht Gemeinderat oder Bürgermeister sein: interessierten Bürgern von Grafenberg sollte mehr Gehör eingeräumt werden.

Nach meiner Kenntnis haben die Anwohner der Auchtertstraße grundsätzlich nichts gegen eine Flüchtlingsunterkunft in der Auchtertstraße. Es wurden jedoch die Anregungen und Wünsche der Anwohner zu keinem Zeitpunkt in einem „Workshop“ auf sachlicher, emotionsloser Ebene diskutiert. Ich gehe davon aus, dass sich in Zukunft die Grafenberger Bürger stärker für die Entwicklung der Gemeinde einsetzen werden. Packen wir es an.

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