Leserbriefe

Amerikaner fördern die Hälfte des Kupfers

10.08.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zum Leserbrief „Der Unterschied zur Brennstoffzelle“ vom 3. August. Herr Rall spricht Dinge an, die ich nie geschrieben habe. Die Anwendungsbreite von Kupfer ist mir vertraut, ebenso die Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff, die Technik ist seit über 100 Jahren bekannt. Wasserstoff ist der einzige Energieträger, der großtechnisch völlig klimaneutral ist. Wenn er verbrannt wird, entsteht – Wasser. Alle Energieträger bergen Gefahren in sich. Sogar Holz, das brennt nämlich und setzt dabei Energie und Schadstoffe frei. Condelco ist ein Staatsbetrieb, der jedoch nur die Hälfte des chilenischen Kupfers fördert. Alle anderen Minen sind sehr wahrscheinlich im Besitz von US-Firmen, denn die haben während der vom CIA installierten Pinochet-Diktatur (regime change) nach dem Sturz und der Ermordung des frei gewählten Präsidenten Allende kräftig zugelangt.

Reisen bildet, so saß ich auf meiner letzten Kreuzfahrt beim Mittagessen neben einem deutschen Bergbau-Ingenieur, der über die Arbeits- und Produktionsbedingungen aus Chuquicamata berichtete, dem Kupfertagebau im Besitz Condelcos in der Atacama-Wüste, der mit über 1000 Meter tiefsten Tagebau-Mine der Welt. Dort wird von US-Firmen Kupfer im Elektrolyse-Verfahren gewonnen. Ein wahnwitziger Energieverbrauch. Das Kupfer wird durch offene Kanäle in Gussformen geleitet. Dazu wird auch Schwefelsäure eingesetzt, die giftigen Kupferverbindungen in der Luft sind zu riechen. Der Ingenieur sah sich das an, kündigte nach sechs Wochen.

Die einheimischen Hilfskräfte können das nicht. Da Chile/Condelco nicht über eigene Produktionsstätten zur Weiterverarbeitung des Kupfers verfügt, muss der Rohstoff zu lächerlichen Preisen an die Industriestaaten verscherbelt werden, vornehmlich in die USA. Das wird auch als „Dollar-Imperialismus“ bezeichnet, der bis heute ganz Lateinamerika im Würgegriff hält (Bananenrepubliken). Obwohl der Dollar wegen der astronomischen Verschuldung der USA das Papier nicht mehr wert ist, auf das er gedruckt wird.

Leserbriefe

Nur ein Geschenk für die Reichen

Heinrich Brinker, Kirchheim. Zum Artikel „Scholz: Solidaritätszuschlag soll weitgehend entfallen“ vom 12. August. Jährlich 8,8 Milliarden für die Reichen, 90 Prozent derjenigen, die jetzt den Solidaritätszuschlag zahlen, sollen ab 2021 jährlich ein Steuergeschenk von zehn Milliarden erhalten.…

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