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Leserbriefe

Altersarmut und Banker

24.09.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jochen Findeisen, Schlaitdorf. Zum Artikel „VdK warnt vor Altersarmut“ vom 20. September. Der Vorsitzende des VdK Baden-Württemberg, Hans Otto Walter, warnte vor Altersarmut. 3,3 Millionen Rentner seien von Altersarmut bedroht. Rentenkürzungen und brüchige Erwerbsbiographien führten dazu, dass Altersarmut künftig zu einem Massenphänomen würde. Bereits 700 000 Rentner müssten Minijobs annehmen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Dies ist das Ergebnis der von Rot-Grün auf den Weg gebrachten Agenda-2010-Politik, die von der jetzigen schwarz-roten Koalition fortgesetzt wird. Die Agenda 2010 gaukelte den Bürgern vor, die herkömmlichen Sozialsysteme seien „unbezahlbar“. Sie unterstellte dem Bürger, dass er es sich, verleitet von einer „Vollkaskomentalität“, in der „sozialen Hängematte“ wohl sein lasse.

Die Agenda 2010 war die größte Rentenkürzungsaktion nach dem Kriege. Sie bürdete dem Bürger immer mehr Lebensrisiken auf, statt ihm diese abzunehmen. Von der Praxisgebühr über die Streichung des Zahnersatzes aus dem Leistungspaket der Krankenkassen bis hin zu Studiengebühren und den dauernd ansteigenden Nutzungskosten der teilprivatisierten Bahn, den erschwerten Nutzungsbedingungen der privatisierten Post – der Bürger musste sehen, wie er damit klarkam, und wer nicht mehr zahlen konnte, hatte eben Pech gehabt.

Anderswo funktioniert Risikoverteilung anders. Da werden von einem Tag auf den andern von der Bundesbank, der Europäischen Zentralbank und der US-Notenbank mal eben Milliardenbeträge lockergemacht, um die Zusammenbrüche von Großbanken zu verhindern. Es handelt sich um Geld, das größtenteils von denen erwirtschaftet wurde, die sich von frechen Politikern, Journalisten und „Wissenschaftlern“ als Faulpelze und Sozialschmarotzer verdächtigen lassen müssen. Für die verantwortungslosen Bankmanager, bei denen bloße Gier jeglichen Sachverstand verdrängt hatte, war das Risiko gleich null. Für Manager der Investment-Bank Lehman Bros., die jetzt ihren Job verloren, ergab sich keine Notwendigkeit, eine neue Arbeit zu suchen, sie wollen jetzt „erst mal segeln“ gehen. Zwei Manager der deutschen KfW-Bank (Jahresbezüge jeweils 464 000 Euro), die zu verantworten hatten, dass an Lehman Bros. noch zwei Tage vor Konkurseröffnung 300 Millionen Euro überwiesen wurden, wurden vom Dienst bis auf Weiteres „suspendiert“. Auch ihnen bleibt „Hartz IV“ wohl erspart.

Leserbriefe

Gut dotierte Beamtenposten

Albrecht Dürner, Neckartailfingen. Zum Artikel „Lukrative Beamtenstellen“ vom 4. Mai. Ein sehr zweifelhaftes Vorgehen der noch amtierenden Bundesregierung wird beschrieben.

Schaffung von zusätzlichen B 8-Besoldungsstellen – 71 an der Zahl – dotiert mit mindestens 8300 Euro monatlich, eher…

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