Leserbriefe

Alle Bürgerrechte für Palästinenser

14.11.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Markus Reutter, Nürtingen. Zum Artikel „Verzerrte Weltsicht in Nürtingen“ vom 10. November. Bereits nach der erstmaligen Durchsicht des Flyers zur Ausstellung war mir klar, wes Geistes Kind die Veranstalter dieser Schau sein müssen. Da ist die Rede von einer weitgehend unbekannten palästinensischen Sichtweise auf die Ursachen des Nahostkonflikts in der deutschen Öffentlichkeit. Das Gegenteil ist der Fall. Die vermeintlich kollektive Enteignung und Vertreibung der Palästinenser im Zuge der israelischen Staatsgründung ist der Mythos schlechthin, dessen sich seither nicht nur die Palästinenser eifrig bedienen, sondern auch deren willfährige Anhängerschaft gerade in Deutschland, wenn es darum geht, die Legitimation des Staates Israel einmal mehr in Frage zu stellen. Negative Auswirkungen auf den Friedensprozess im Nahen Osten hat dies bis heute, man denke nur an die irrwitzige Forderung nach einem Recht auf Rückkehr auch für alle palästinensischen Nachkommen. Ein tatsächlich weitgehend unbekannter Gesichtspunkt, der leider auch im Beitrag von Herrn Feyder nicht erwähnt wird, ist der Umstand, dass im Zuge der Unabhängigkeitserklärung Israels und des darauf folgenden Angriffs- und erklärten Vernichtungskrieges seiner Nachbarländer weit mehr Juden aus arabischen Staaten nach Israel fliehen mussten als umgekehrt. Warum ist diese Tatsache heute kein Thema mehr? Weil die jüdischen Flüchtlinge aus Nordafrika, dem Nahen Osten und dem Iran umgehend und vollständig in die noch junge israelische Gesellschaft integriert wurden.

Ferner darf nicht unerwähnt bleiben, dass damals 160 000 Palästinenser das Angebot Israels angenommen hatten, im neugegründeten jüdischen Staat zu verbleiben, was dazugeführt hat, dass heute über 20 Prozent der Einwohner Israels arabischstämmig sind, im Übrigen ausgestattet mit allen Bürgerrechten. Dagegen kümmerten und kümmern sich die arabischen Staaten mit Ausnahme von Jordanien einen feuchten Kehricht um die palästinensische Bevölkerung; vielmehr werden sie bis heute in kollektiver Geiselhaft als vermeintliche Flüchtlinge gehalten, um mit dem Bild der ach so armen und benachteiligten Palästinenser stets einen Beweis für die vorgeblich unmenschliche israelische Nahostpolitik zur Hand zu haben. Solches Kalkül kann man im besten Fall als schäbig bezeichnen. Die Frage muss lauten: Warum hat die arabische Welt mit weit über 300 Millionen Einwohnern noch so gut wie keine Anstrengungen unternommen (abgesehen von mehreren völkerrechtswidrigen Angriffskriegen gegen Israel), um das Dilemma von vier Millionen Palästinensern zu beseitigen? Ich werde der Einladung von Herrn Schwer gerne folgen und mich vor Ort der Ausstellung selbst informieren. Ob dabei auf diese Frage eingegangen wird, wage ich ob der offensichtlichen Tendenz dieser Schau allerdings stark zu bezweifeln.

Leserbriefe

Nürtingen für die Enkel und Urenkel

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „Freie Wähler plädieren für Investorenwettbewerb am Neckar“ vom 20. Juli sowie einigen anderen Veröffentlichungen dieser Tag.

Ich gehe bald auf die achtzig zu. Sollen Weib, Kinder und Enkel sagen, am besten kommt der Alte gleich ins Heim? Denn wenn er…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe