Leserbriefe

Alice Schwarzer und Ministerin Schröder

26.11.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Verrat am Feminismus“ vom 9. November. Anfangs ihrer Tätigkeiten hatte ich tatsächlich Sympathien für Frau Schwarzer. Um Missstände deutlich zu machen, muss gelegentlich übertrieben und zugespitzt werden. Allein, sie beließ es dabei und verteidigte ihr schlichtes Weltbild tapfer. Gesellschaftliche Veränderungen über die Jahrzehnte nahm sie nicht zur Kenntnis, insbesondere was die Männer- beziehungsweise Vaterrolle betrifft. Es durfte nicht wahr sein, was wahr war und ist.

Abstrus ist die von ihr und in gleichgesinnten radikalfeministischen Kreisen weit verbreitete Auffassung, „der heterosexuelle Geschlechtsverkehr (sei) kaum möglich ohne die Unterwerfung der Frau.“ Was – je nach Lesart – von der Natur, der Schöpfung oder dem Schöpfer geschaffen wurde, ist also übel, ist pfui und frauenfeindlich. Den Gedanken zu Ende gedacht würde das bedeuten, Frauen, die Sex mit einem Mann genießen, sind frauenfeindlich. Ob sie das wissen? Erwachsene Frauen und Männer dürften in der Lage sein, sich ihr eigenes Bild darüber zu machen.

So sehr ich die Kritik der Ministerin Schröder an Frau Schwarzer teile, so sehr muss ihr in einem Punkt widersprochen werden: Frau Schwarzer ist alles Mögliche, aber politisch gewiss nicht links stehend. Kurz gefasst: Schwarzer teilt die gesamte Menschheit in gut (Frauen) und böse (Männer) ein. Sie hetzt die Geschlechter gegeneinander auf, spaltet die Gesellschaft. Sie würde es bestreiten, aber sie tut es. Solche Zuweisung der Menschen ist in der Geschichte der Menschheit immer wieder geschehen und führte stets zu oft entsetzlichem Unrecht. Diese Denke ist von Machtdenken geprägt und damit faschistoid!

Die Folgen dieses reaktionär-feministischen Weltbildes, der jahrzehntelangen Lobbyarbeit der Frauenbünde und der „Zusammenarbeit“ mit erzkonservativen Richtern und Jugendämtern zeigt sich bis heute in den Entscheidungen der Familiengerichte. Ein Kind gehört in Fällen von Trennung und Scheidung eben zur Mutter – auch wenn es dort wirklich nicht hingehört. Schon die Nazis dachten so. Die Parallelen zur fundamentalistischen Femi-Szene sind erschreckend.

Leserbriefe

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