Leserbriefe

3000 Tote pro Jahr im Straßenverkehr

03.02.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Verkehr: Auto viel riskanter als Bahn“ vom 19. Januar. In diesem Artikel wird berichtet, dass 3000 Menschen pro Jahr im Straßenverkehr getötet werden, in Deutschland! Gleichzeitig erfährt der Leser, was der „Automobil-Club Verkehr (ACV)“ und die „Allianz pro Schiene“ ermittelt haben: „Das Risiko zu sterben sei für Pkw-Insassen 75-mal höher als für Bahnreisende“. Große Sorge bereitet auch die wachsende Zahl an Lastwagen auf Deutschlands Straßen: „Gefahrguttransporte der Güterbahn sind im direkten Vergleich 42-mal sicherer als mit dem Lkw. Dennoch setzt die Politik auf immer mehr Lkw-Verkehr“.

Also ist es dringend notwendig, die Politik zu ändern und „Mehr Verkehr auf die Schiene“ zu bringen. Aber was macht die Politik tatsächlich in Baden-Württemberg und der Region Stuttgart? Von Wendlingen nach Ulm ist eine neue Bahnstrecke im Bau, weil die bisherige Strecke „Geislinger Steige“ sehr steil und auch Güterverkehr bisher nur erschwert mit zusätzlichen Lokomotiven möglich war. Diese Neubaustrecke wird circa vier Milliarden Euro kosten und über zahlreiche neue Brücken und 30 Kilometer Tunnel geführt. Weil die Steigung aber noch größer ist als bisher, können überhaupt keine normalen Güterzüge mehr fahren – ein echter Schwabenstreich. Auch mit dem als „Stuttgart 21“ bekannten Zehn-Milliarden-Eisenbahnbauwerk wird es statt „mehr“ deutlich „weniger“ Bahnverkehr geben.

Auf nur noch acht Gleisen in dem engen Tiefbahnhof können nur sehr viel weniger Züge fahren als in dem bewährten Kopfbahnhof mit 16 Gleisen – falls S21 je fertig werden sollte, was immer unwahrscheinlicher wird. Um diese Fehlentwicklung zu stoppen, gibt es aber schon konkrete Pläne zum Umstieg auf eine Modernisierung des Kopfbahnhofs und einen Bahnverkehr mit Zukunft. Damit wäre dann eine weitere Forderung aus dem Artikel bald erreichbar: „Für die Alltagsmobilität ist die Eisenbahn das mit Abstand sicherste Verkehrsmittel“.

3000 Opfer in New York haben am 11. September 2001 den „Krieg gegen den Terror“ ausgelöst und weltweit schon Millionen weitere Tote und Flüchtlinge gefordert. Ein entsetzlicher Alptraum. 3000 Tote pro Jahr in Deutschland sollten der Anlass sein, dem Terror auf unseren Straßen den Kampf anzusagen – zumindest mit „mehr Verkehr auf die Schiene“. Ein schöner Traum.

Leserbriefe

Wird Ausgrenzung salonfähig?

Simon Kromer, Wendlingen. Zum Artikel „Der Sport darf sich nicht missbrauchen lassen“ vom 13. Mai. Die AFD ist mit Sicherheit eine streitbare Partei, was regelmäßige Eskapaden an ihrem politischen Rand immer wieder zeigen. Doch Herr Ernle hat weder in der Berichterstattung über ihn noch in dem…

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