Wirtschaft

Mehrheit: Konjunkturschwäche wegen äußerer Einflüsse

Geopolitische Konflikte und Kriege spielen aus Sicht vieler Deutsche eine wesentliche Rolle, wenn es darum geht, die schwächelnde Konjunktur zu erklären. (Symbolbild) Jonas Walzberg/dpa

Die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung ist zwar groß, für die schwächelnde Konjunktur sehen die meisten Deutschen jedoch andere Gründe. Auf die Frage nach den wichtigsten Ursachen für das aktuell sehr magere Wirtschaftswachstum nannten 62 Prozent der Teilnehmer einer repräsentativen YouGov-Umfrage äußere Einflüsse wie Kriege, geopolitische Konflikte, Energiepreisschocks und unterbrochene Lieferketten. 

Zurückhaltung beim privaten Konsum, etwa aufgrund von Inflation und Unsicherheit, wurde von 44 Prozent der insgesamt 2.178 Befragten als ein Grund genannt, wobei Mehrfachnennungen möglich waren. 

Dass politische Entscheidungen der aktuellen Bundesregierung zu den Hauptursachen für die schwache Konjunktur zählen, vermuten 39 Prozent der Wahlberechtigten, die sich zwischen Freitag und Montag an der Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur beteiligten. 

Wie YouGov in einer separaten Befragung herausfand, sind 79 Prozent der Befragten derzeit mit der Arbeit des Kabinetts insgesamt unzufrieden. Nachwirkungen politischer Entscheidungen der Ampel-Regierung sehen 26 Prozent als einen der wichtigsten Gründe für die konjunkturelle Schwäche Deutschlands. 

Dass die Entscheidungen der aktuellen Bundesregierung zu den wesentlichen Ursachen für die Konjunkturschwäche zählt, denken 39 Prozent der Bundesbürger. (Archivfoto) Kay Nietfeld/dpa

Eine Zurückhaltung deutscher Unternehmen bei Investitionen - etwa in neue Technologien oder Infrastruktur - zählen 32 Prozent zu den Hauptgründen für die von den Wirtschaftsforschungsinstituten konstatierte Schwäche. Etwa genau so viele Menschen (34 Prozent) halten den Strukturwandel in wichtigen Branchen wie Automobil und Energie für einen relevanten Negativ-Faktor.

Jeweils 23 Prozent der Befragten nannten als wichtige Ursachen Fachkräftemangel und eine schwache Nachfrage aus wichtigen Exportmärkten wie China und den USA. 11 Prozent der Teilnehmer antworteten mit «weiß nicht».

Führende Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten infolge des Iran-Kriegs und explodierender Energiekosten sowie Lieferkettenproblemen für 2026 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,6 Prozent, während sie vor rund einem halben Jahr noch mit einem Plus von 1,3 Prozent gerechnet hatten.

© dpa-infocom, dpa:260417-930-955808/1

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