Wirtschaft

Evonik-Aktionäre sollen weniger Dividende bekommen

Das Spezialchemieunternehmen Evonik will künftig weniger Dividende an die Aktionärinnen und Aktionäre ausschütten, um mehr Geld für Investitionen und Schuldenabbau zu haben. (Symbolbild) Oliver Berg/dpa

Die Konjunkturschwäche hat im vergangenen Jahr auch dem Spezialchemiekonzern Evonik zu schaffen gemacht. Nach vorläufigen Zahlen sank der Umsatz 2025 im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 14,1 Milliarden Euro, wie das im MDax notierte Unternehmen in Essen mitteilte.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) fiel um neun Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro. Damit erreichte das Unternehmen seine jüngste Prognose. Die Chemiebranche ringt schon lange mit einem schwierigen Konjunkturumfeld, zunehmender Konkurrenz aus China sowie eher hohen Strompreisen in Deutschland. 

Konzernchef Christian Kullmann kündigte für den Bilanzgewinn 2026 eine neue Dividendenpolitik «zur Erhöhung der finanziellen Flexibilität» an. Nachdem Aktionärinnen und Aktionäre für 2024 noch 1,17 Euro je Anteilsschein bekommen hatten, sollen sie für 2025 zunächst 1,00 Euro erhalten. In den Folgejahren soll die Ausschüttung dann in Summe zwischen 40 und 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses liegen. Würden die neuen Regeln schon für 2025 angewandt, würde dies eine Dividende in Höhe von 54 bis 82 Cent je Aktie bedeuten.

«Wir brauchen eine gute Balance zwischen einer angemessenen Erfolgsbeteiligung für die Aktionäre und der Fähigkeit, zur richtigen Zeit in die besten Zukunftsprojekte zu investieren und die Verschuldung weiter abzubauen», erklärte Kullmann.

Die RAG-Stiftung, mit 45 Prozent größter Anteilseigner, befürwortet den neuen Kurs: «Die Dividende von Evonik ist seit vielen Jahren hochattraktiv und verlässlich», erklärte Stiftungschef Bernd Tönjes, der auch Vorsitzender des Evonik-Aufsichtsrats ist. «Mit dem neuen Modell bliebe sie für die Aktionäre attraktiv und bemisst sich dynamisch am Gewinn.» Über die Dividende entscheidet die Hauptversammlung am 3. Juni. Die Stiftung trägt dauerhaft die Folgekosten aus dem deutschen Steinkohlenbergbau und ist daher auf regelmäßige Mittelzuflüsse angewiesen.

Evonik gab einen ersten Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. «Das wirtschaftliche Umfeld bleibt 2026 herausfordernd», stellte das Unternehmen fest. Daher erwarte man für 2026 einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro. Angesichts der Weltlage sei das Gewinnziel «schon ganz ambitioniert», so Kullmann. Dabei werde allerdings auch nicht davon ausgegangen, dass es im Verlauf des Jahres spürbar besser werden werde.

Evonik beschäftigt weltweit rund 30.000 Menschen. 2026 ist ein Abbau von 1.000 Stellen geplant.

© dpa-infocom, dpa:260205-930-646676/1

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