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Madonna kehrt mit «Confessions II» zurück ins Rampenlicht

Madonna veröffentlicht ihr erstes Album seit sieben Jahren. (Archivbild) Evan Agostini/AP/dpa
Madonna nutzt Provokation als Kunstform. (Archivbild) Charles Sykes/Invision via AP/dpa
Queen of Pop - und der Neuerfindungen. (Archivbild) Evan Agostini/Invision/dpa
Madonna küsst Britney Spears - der Popstar hat bereits Generationen mit Skandalen versorgt. (Archivbild) Julie Jacobson/AP/dpa
Ihr Auftritt bei den MTV Music Awards 1983 machte sie quasi über Nacht zum Weltstar. Stringer/AP/dpa
Ihr Auftritt bei den Grammy-Awards machte wegen ihres Aussehens Schlagzeilen. (Archivbild) Chris Pizzello/Invision/AP/dpa

Ein erstes Tattoo mit 62, Provokationen, die den Vatikan auf den Plan riefen, und immer wieder Neuerfindungen: Madonna blickt auf eine Karriere zurück, in der sie viele Grenzen verschoben hat. Nun bringt die Pop-Ikone mit «Confessions II» erstmals seit 2019 wieder ein Studioalbum heraus. Der Titel knüpft an ihr 2005 erschienenes Erfolgsalbum «Confessions on a Dance Floor» mit Hits wie «Hung Up» an. Ganz in Madonnas Manier sorgt bereits die Kampagne zum Album vor der Veröffentlichung am 3. Juli für Gesprächsstoff. 

In einem vorab veröffentlichten Video zum Album-Start strahlt nicht nur der Sängerin und den sie umgebenden Tänzern ein Laser aus dem Schritt, sie feiert auch eine Party mit Supermodel Kate Moss und dem Schauspieler Benedict Cumberbatch. Das Albumcover zeigt die Sängerin unter einem transparenten lilafarbenen Schleier mit oberschenkelhohen Strümpfen und Pumps - und spielt passend zum Albumtitel, der auch mit «Beichten» übersetzt werden kann, mit religiöser Ikonographie. 

Religion und Glaube ist ein wiederkehrendes Thema in der Karriere der 1958 als Tochter einer erzkatholischen Familie mit italienischen Wurzeln geborenen Madonna. Bis heute sagt sie, die komplizierte Kindheit sei der Propeller gewesen, der sie angetrieben habe, etwas aus sich zu machen. Ihren Vater nennt sie einen «religiösen Roboter», der sie selbst nie werden wollte. 

Madonna hat heute ihre eigene Auslegung von Glauben. In einem Podcast-Interview sagte sie kürzlich, sie glaube an das Universum, und daran, dass ihr Schutzengel in ihren schwierigsten Zeiten zur Seite gestanden hätten - etwa als sie mit gerade einmal 17 Jahren nach New York zog, ohne Geld und ohne Freunde. «Im ersten Jahr wurde ich mit vorgehaltener Waffe überfallen, auf das Dach eines Gebäudes gezerrt, wo ich mit einem Messer im Rücken vergewaltigt wurde. Außerdem wurde dreimal in meine Wohnung eingebrochen», erzählte Madonna dem Magazin «Harper's Bazaar» in einem früheren Interview. 

Ihr erstes Album «Madonna» mit Songs wie «Everybody» werden ein voller Erfolg. Aber es ist auch die Auseinandersetzung mit Traditionen der Kirche und die darin vorgesehene Rolle der Frau, die sie zum Weltstar macht. Bei ihrem Auftritt bei den MTV Video Music Awards 1984 mit «Like A Virgin» singt sie in ein Brautkleid gekleidet selbstbewusst über Sexualität und räkelt sich dabei auf der Bühne, was viele als Tabubruch wahrnehmen. Madonna wird für viele Frauen zum Vorbild für eine selbstbestimmte weibliche Sexualität. 

 

 

Madonna ist in den 1980er Jahren ein Gegenentwurf zur konservativen Reagan-Ära in den USA, die gestützt von einer einflussreichen konservativ-evangelikalen Bewegung für traditionelle Familienwerte, Ablehnung von Abtreibung und gegen die Gleichstellung Homosexueller steht. Besonders in der Aids-Krise engagiert sich Madonna öffentlich für den Kampf und die Aufklärung über die Krankheit und wird zur scharfen Kritikerin am Ausschluss der an Aids Erkrankten. 

In den 90ern wird ihr Buch «Sex» in vielen Ländern zensiert und wird gleichzeitig zum Bestseller. Empörung ruft auch ihr Lied «Like a Prayer» hervor, besonders bei der Kirche. Kritisiert wird eine Vermischung von christlicher Symbolik und Sexualität. Anfang der 2000er kommt Kritik aus dem Vatikan an ihrer Aufführung des Liedes «Live To Tell», bei der sie mit einer Dornenkrone auf dem Kopf an einem mächtigen Kreuz hängt. Madonna konterte mit einer Einladung an den Papst zu ihrem Konzert. «Manchmal muss man dick auftragen, damit die Leute aufwachen», sagte sie einmal. 

Madonna hat Provokation immer als Kunstform eingesetzt, aber auch als Ausdruck ihres Anspruchs auf Selbstbestimmung. «Ich suche verzweifelt nach niemandes Zustimmung … und habe das Recht, wie jeder andere auch frei über meinen Körper zu bestimmen!» Ihr erstes Tattoo lässt sie sich etwa mit 62 stechen. 

Der Anspruch, selbst über den eigenen Körper zu bestimmen, prägt auch den Umgang der Sängerin mit ihrem Äußeren. Bei den Grammys 2023 erscheint sie mit einem stark veränderten Gesicht. Bereits in den Jahren vorab wurde immer wieder über mögliche Po-Implantate gemutmaßt. Madonna lässt auch das an sich vorüberziehen. 2012 hatte sie einmal in einem Interview ihre Sicht auf Eingriffe dargelegt. «Ich bin sicher nicht gegen Schönheitsoperationen», sagte sie dem britischen «Mirror». «Aber ich bin absolut dagegen, darüber diskutieren zu müssen.»

© dpa-infocom, dpa:260629-930-301994/1

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