Zum ersten Mal seit seiner Entstehung vor fast 1.000 Jahren ist der legendäre Teppich von Bayeux wieder in England eingetroffen. In der Nacht auf Freitag wurde der extrem zerbrechliche 70 Meter lange Wandteppich unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen und mit äußerster Vorsicht in einer besonderen Kiste mit schützendem Rahmen ins Londoner British Museum gebracht. Das Meisterwerk des Mittelalters ist mehr als 950 Jahre alt.
Der Teppich gehört eigentlich dem französischen Staat, von September 2026 bis Juli 2027 wird das Stück nun jedoch in London zu bestaunen sein. Die Leihgabe, im vergangenen Jahr von Frankreich und Großbritannien verkündet, erfüllt einen lang ersehnten Wunsch der Briten: Schon 1953 und 1966 hatten sie um eine Ausleihe gebeten.
In einem Beitrag für die Zeitung «The Times» bezeichnete Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Leihgabe als «greifbarer Ausdruck einer langjährigen Freundschaft». Sie zeige, was Frankreich und Großbritannien «erreichen können, wenn sie ihre Kräfte bündeln». Die britische Kulturministerin Lisa Nandy sprach laut der Nachrichtenagentur PA von einem «historischen Moment».
Der Teppich von Bayeux erzählt in 58 Szenen und mit mehr als 600 Figuren und 500 Tierabbildungen die Geschichte der normannischen Eroberung Englands im Jahr 1066. Seit 1983 wurde das Unesco-geschützte Werk in der Normandie in Bayeux im Wandteppich-Museum aufbewahrt. Es gilt als eines der wichtigsten Bildzeugnisse des Hochmittelalters.
Auch deshalb hatte sich zuletzt Widerstand bei Kunstexperten und Restauratoren geregt. Gewarnt wurde etwa wegen des fragilen Zustandes des Teppichs, der beim Transport beschädigt werden könnte.
«Dies war eine gewaltige Leistung von Mitarbeitern des British Museum und unseren Partner in Großbritannien und Frankreich», sagte der Direktor des British Museum, Nicholas Cullinan, laut PA über den Transport.
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