Der US-Sondergesandte Jeff Landry ist zu einem Besuch auf Grönland eingetroffen. Monate nach einer kurzzeitigen Zuspitzung im Streit über Besitzansprüche der USA auf die Arktisinsel will er dänischen Medien zufolge unter anderem Regierungschef Jens-Frederik Nielsen treffen und an einer Wirtschaftskonferenz teilnehmen. Eingeladen worden sei der US-Vertreter demnach nicht.
Seinen ersten Eindruck von der Insel schilderte er dem Fernsehsender DR nach Ankunft in der bewölkten Hauptstadt Nuuk: «Ich liebe es - es ist großartig.» Angesichts der wiederholten Drohungen von US-Präsident Donald Trump, sich die Arktisinsel zur Not auch gewaltsam einzuverleiben, sorgen Besuche wie dieser unter Einheimischen für Unruhe. Landry schlug jedoch bei DR beschwichtigende Töne an: «Ich bin nur hier, um Beziehungen aufzubauen, zuzuhören, zu lernen und zu sehen, ob es Möglichkeiten gibt, die Beziehungen zwischen den USA, Grönland und Dänemark auszubauen.»
Auch eine Botschaft von Trump hatte Landry im Gepäck. «Er hat zu mir gesagt: "Reise dorthin und finde so viele Freunde, wie du nur kannst"», sagte der US-Amerikaner. Nach Einschätzung des dänischen Grönland-Experten Ulrik Pram Gad nimmt das jedoch nicht die Anspannung aus dem Konflikt. «Das Problem ist, dass es sich wie Druck anfühlt, selbst wenn sie nette und freundliche Dinge sagen, weil Trumps Agenda damit nicht vom Tisch ist», sagte er DR. Das Image des freundlichen Nachbarn USA habe der Präsident selbst zerstört.
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