Weihnachtsgrüße
Zwischen Küste, Großstadt und kanadischem Alltag
Caroline Löffler ist für die Praxisphase ihres dualen Studiums im kanadischen Vancouver gelandet.
Dieses Jahr verbringe ich Weihnachten nicht zu Hause, sondern am anderen Ende der Welt: in Vancouver, Kanada. Für mein Auslandssemester wollte ich weit weg und unbedingt in ein englischsprachiges Land. Durch mein duales Studium in Deutschland bin ich schließlich an einer Universität in Vancouver gelandet, wo ich meine Praxisphase absolviere. Die Mitarbeiter dort sind alle unglaublich nett und sehr hilfsbereit, was mir den Einstieg und den Alltag hier enorm erleichtert hat.
Schon früh in der Vorweihnachtszeit habe ich gemerkt, dass die Weihnachtsstimmung hier etwas anders ist als in Deutschland: Weihnachtsgebäck wie Spekulatius, Lebkuchen oder Zimtsterne findet man kaum und wenn, dann ist es deutsche Importware. Weihnachtsmärkte gibt es in ganz Vancouver nur zwei – beide sehr klein, und einer davon kostet sogar Eintritt. Da vermisse ich die festliche Atmosphäre der deutschen Weihnachtsmärkte ganz besonders.
Ich wohne hier gemeinsam mit einer Kommilitonin in einer Wohnung, fußläufig zur Innenstadt. Die Mieten in Vancouver sind im Vergleich zu Deutschland deutlich höher, dafür genießen wir die zentrale Lage und die Nähe zur Universität. Was uns an unserem Viertel allerdings überrascht hat, ist die große Zahl an obdachlosen Menschen. Viele von ihnen kämpfen mit Drogenproblemen, vor allem mit Fentanyl. Damit hatten wir in Vancouver ehrlich gesagt nicht gerechnet, weil wir solche Zustände bisher eher aus amerikanischen Großstädten kannten.
In unserer Freizeit versuchen wir so viel wie möglich zu erleben. Wir haben bereits viele nahe liegende Städte und Inseln erkundet und auch größere Ausflüge unternommen, wie ein Ausflug nach Seattle in die USA, sowie nach Toronto zu den beeindruckenden Niagara-Wasserfällen. Ein besonderes Highlight war außerdem ein Rundflug über Vancouver mit dem Wasserflugzeug. Die Aussicht auf die Stadt, den Hafen und die umliegenden Berge war einfach unglaublich.
Schnee gibt es hier in Vancouver leider noch keinen. Es ist erstaunlich mild, wärmer als in Deutschland, da Vancouver an der Pazifikküste liegt und durch die geschützte Position hinter den Gebirgen relativ mild ist. Umso mehr freue ich mich auf unseren Trip nach Banff in die Rocky Mountains, dort warten hoffentlich verschneite Wälder und weiße Gipfel auf uns.
Trotz der eher zurückhaltenden Weihnachtsstimmung freue ich mich auf die Feiertage. Unsere Universität organisiert eine Weihnachtsfeier, bei der wir gemeinsam einen Tannenbaum schmücken und wichteln, eine kleine Tradition, die ein bisschen Heimatgefühl aufkommen lässt. An Weihnachten selbst wollen wir es uns gemütlich machen: lecker kochen, Plätzchen backen und einen Weihnachtsfilm schauen, damit auch hier festliche Stimmung entsteht.
Lange werden wir aber nicht entspannen, denn unsere nächsten Ausflugsziele sind schon geplant.
Am 25. Dezember geht es für uns zuerst nach Los Angeles und anschließend nach Las Vegas, wo wir Silvester verbringen werden.
Viele weihnachtliche Grüße nach Nürtingen aus Vancouver!
Caroline Löffler