Weihnachtsgrüße

T-Shirt statt Wollpullover

Leah Schach ist seit einem halben Jahr als Au Pair am anderen Ende der Welt in Neuseeland.

Der Heimat der Hobbits hat Leah Schach schon einen Besuch abgestattet. Foto: privat

Hier in Neuseeland lebe ich nun schon seit sechs Monaten. Nachdem ich letztes Jahr mein Abitur geschrieben habe, entschied ich mich als Au Pair ins Ausland zu gehen. Ich wohne hier in Auckland, einer großen Stadt auf der Nordinsel Neuseelands, bei einer netten Familie. Unter der Woche kümmere ich mich um die Kinder. Die beiden Mädchen sind vier und sechs Jahre alt. Am Wochenende habe ich ausreichend Zeit die Gegend zu erkunden.

Auckland ist eine klassische Großstadt. Viele Autos, viele Menschen, aber auch viele Schiffe, denn zur Stadt gehört ein großer Hafen.

Nahe der Bucht liegen zudem einige sehenswerte Inseln. Waiheke Island ist eine der beliebtesten. Auf der Insel herrschen perfekte Bedingungen für den Weinbau und daher gibt es eine Vielzahl an Weingütern. Der perfekte Ort also für einen entspannten Tag mit Freunden und einem oder ein paar mehr Gläsern Wein.

Bei Rangitoto Island handelt es sich um einen erloschenen Vulkan. Die Insel ist unbewohnt und somit ein wahres Naturerlebnis. Neben einheimischen Vogelarten gibt es viele Wanderwege, die bis hoch zum Krater führen.

Aber auch auf dem Festland gibt es sehenswerte Orte. Dank Neuseelands geographische Lage mitten im Pazifik gibt es zahlreiche Strände. Die Westküste ist mit ihren beeindruckenden Klippen und starken Wellen ein absolutes Surferparadies. Die Strände an der Ostküste hingegen, sind optimal zum Schwimmen und Schnorcheln. In dem klaren Wasser tummeln sich die verschiedensten Fische in allen Größen und Farben. Aber auch Rochen finden ihren Weg an die Badestrände.

Ein weiterer sehenswerter und außergewöhnlicher Ort ist Rotorua. Ungefähr zweieinhalb Stunden von Auckland entfernt, gibt es dort geothermische Aktivitäten und stark ausgeprägte Maori Kultur. Überall kann man heiße Quellen, dampfende Felsen, Geysire oder durch Schwefel verfärbte bunte Pools sehen. Der Nachteil: Es riecht oder besser gesagt stinkt nach faulen Eiern, sodass der Bikini auch direkt in den Müll wandern muss.

Beim Bridal Veil Falls stürzt das Wasser 55 Meter tief in einen malerischen Pool. Foto: privat

Auf einem fünftägigen Roadtrip habe ich noch weitere schöne Orte auf der Nordinsel besichtigt. Während meiner Zeit in Auckland, lernte ich glücklicherweise zwei nette Mädels kennen, die mich dabei begleiteten. Als erstes ging es in eine kleine, charmante Surferstadt. Auf Empfehlung meines Gastvaters stärkten wir uns hier erstmal mit einem klassisch neuseeländischen Essen, Fish and Chips. Mit der schwäbischen Küche können die Kiwis keineswegs mithalten.

Eine halbe Stunde entfernt liegt einer der atemberaubendsten Wasserfälle, die ich je gesehen habe. Aus über 50Meter Höhe stürzen gewaltige Wassermassen in die Tiefe. Das ist auch einer der Gründe, warum das Baden hier leider verboten ist.

Bevor es zu unserem nächsten Abenteuer ging, brauchten wir erst einmal ausreichend Schlaf. Plan war eine Sonnenaufgangswanderung mit Blick auf Mount Taranaki. Der Weg führte uns stundenlang durch den Wald und als wir endlich oben ankamen, wurden wir überrascht. Nicht von einem gigantischen Ausblick, stattdessen aber von Regen und Nebel.

Mit dem Regen im Gepäck ging es schließlich nach Wellington, der Hauptstadt Neuseelands. Im Hostel berichtete man uns, es seien bis zu 80Prozent der Gäste aus Deutschland. Da wunderte es uns auch nicht mehr, dass wir in allen Ecken der Stadt Leute deutsch reden hörten.

Als letzter Stopp wartete Waitomo auf uns. In der gleichnamigen Höhle leuchten unzähligen Glühwürmchen an den Wänden. Selbst unsere Tropfsteinhöhlen auf der schwäbischen Alb kommen an diese einzigartige Kulisse nicht ran.

In der Nähe von Putaruru ist Leah Schach zu den Blue Springs gewandert. Foto: privat

Zwischen den vielen Stopps auf einem Roadtrip verbringt man auch jede Menge Zeit im Auto. Aber selbst der Blick aus dem Fenster lässt einen staunen. Fährt man auf dem Highway, ist man umgeben von intensiv grünleuchtenden Hügeln, auf denen sowohl Kühe, als auch Schafe grasen. Es sieht fast so aus, als wäre man mitten im Auenland, nur dass die Hobbits hier vielleicht eher als Touristen unterwegs sind. Denn tatsächlich kann man die Heimat der Hobbits sogar besuchen. In Matamata befindet sich nämlich das originale Filmset „Hobbiton“.

Pünktlich zu Weihnachten werde ich schließlich auch die Südinsel bereisen. Die Feiertage werde ich mit meiner Gastfamilie in Queenstown verbringen. Und da ich mich am anderen Ende der Welt befinde, werde ich anstatt in einem dicken Wollpullover die Weihnachtszeit im T-Shirt genießen. Anschließend mache ich mich alleine auf den Weg die Südinsel weiter zu erkunden. Ich bin gespannt, welche weiteren Abenteuer dort auf mich warten werden.

Ich wünsche Euch allen schöne Feiertage und frohe Weihnachten!

Leah Schach

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