Weihnachtsgrüße
Statt Glühwein gibt es Pisco Sour
Kim Clar und Carsten Fichtner sind zurzeit auf Weltreise. Gestartet sind die beiden in Chile in Südamerika.
Im Oktober haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Welt innerhalb eines Jahres einmal komplett zu umrunden und so werden wir dieses Weihnachten nicht wie gewohnt im Ländle feiern. Unsere Weltreise starteten wir hier in Chile, genauer gesagt in Santiago de Chile.
Grund für den Start in Chile war eine Einladung zu einer chilenischen Hochzeit, die wir gerne annahmen. Leider musste die Hochzeit dann aber kurzfristig verschoben werden (Brand der Location). Wir wollten die Chance aber trotzdem nutzen und haben das Land etwas erkundet. Wir sind nicht zum ersten Mal in Chile, aber das Land ist sehr groß und vielfältig und so gibt es immer etwas zu entdecken.
In Santiago und dann auch in Viña del Mar haben wir neben dem Sightseeing vor allem Freunde besucht. Das war natürlich ein besonderes Highlight für uns, denn so hatten wir die Chance zum Beispiel beim sonntäglichen Mittagessen mit der Familie unserer Freunde oder auch beim abendlichen Treffen des Freundeskreises dabei zu sein.
In Concón, das neben Viña del Mar gelegen ist, haben wir die bekannten Dünen erklommen und wunderschöne Sonnenuntergänge genossen.
Wir waren auch einige Tage mit dem Auto im Cajón del Maipo, ein Canyon-Gebiet etwa eine Autostunde von Santiago entfernt. Dort haben wir Wanderungen auf bis über 3000 Meter gemacht, zum Teil mit Passagen durch Schneefelder.
Bei einer Wanderung zum Calabozo del Diablo mussten wir auch öfter einen Fluss durchqueren, Brücken suchte man vergeblich. Wir haben in heißen Quellen gebadet und dabei die Sicht auf die verschneiten Anden genossen.
Groß anders ist die Weihnachtszeit in Südamerika allerdings gar nicht: Die Menschen hier sind nicht nur sehr gläubig, sie sind auch überaus gesellig und so werden viele die Weihnachtstage im Kreise ihrer Familie bei leckerem Essen und dem ein oder anderen Gang in die Kirche verbringen. Bereits einen Monat vor Weihnachten sind viele öffentliche Plätze weihnachtlich geschmückt, Weihnachtslieder werden in den Einkaufszentren gespielt und alle freuen sich auf Weihnachten.
Von der vorweihnachtlichen Stimmung kriegen wir auf unserer momentan längeren Reittour mit zwei Einheimischen durch die wunderschönen Anden allerdings nicht viel mit. Wir reiten durch völlig abgelegene Berglandschaften auf bis knapp 4000 Meter und sind immer wieder überrascht darüber, wie vielfältig die Vegetation in Chile doch ist: Befinden wir uns in einem Moment in einer steinernen Wüste umringt von hunderten riesigen Kakteen, reiten wir im nächsten Moment durch Canyon-artige Schluchten.
Wenn es einmal Wasser gibt, lässt sich das auch kilometerweit entfernt an den üppigen Grünstreifen erkennen, die wie Oasen aussehen.
Wir kochen auf offenem Feuer, schlafen bei Temperaturen knapp über Null Grad unter einem atemberaubenden Sternenhimmel und baden zudem in eiskalten Flüssen - ganz im Kontrast zu der sonst teilweise turbulenten Zeit der Weihnachtseinkäufe. Statt Lebkuchen und Spekulatius gibt es täglich leckeren Käse oder Milch von den Ziegen der Hirten, die wir auf unserer Tour kennenlernen dürfen, statt Glühwein und Feuerzangenbowle Pisco Sour oder auch mal Pisco mit Ziegenmilch.
Spannend ist auch von dem eher einfachen und teilweise einsamen Leben der chilenischen Ziegenhirten zu erfahren: Sie verbringen oftmals mehrere Monate am Stück in den Bergen und kommen lediglich ins Tal, um ihren selbstgemachten Käse zu verkaufen. Auch die Weihnachtszeit ist hier keine Ausnahme und so verbringen die Hirten Weihnachten alleine mit ihren Ziegen in den Bergen.
Oft wird uns von früher erzählt, als die Berge noch grüner waren und es deutlich einfacher war Nahrung für die Ziegen zu finden. Mit der zunehmenden Trockenheit wird das immer mühsamer und die Hirten müssen immer höher und weiter in die Berge ziehen, was den Kontakt zu Familie und Freunden noch schwieriger macht.
Fehlen uns doch einmal die Weihnachtsmärkte in unserer Heimat, essen wir Pan de Pascua, ein typisch chilenisches Weihnachtsbrot, das wie eine Mischung aus Lebkuchen und Christstollen schmeckt, und lassen unseren Blick über die verschneiten Gipfel der Anden schweifen. Lediglich an das Wetter um Weihnachten müssen wir uns noch gewöhnen: In Chile beginnt im Dezember der Sommer und so hat es aktuell knapp 30 Grad und puren Sonnenschein.
Nachdem unsere Reittour beendet ist, reisen wir weiter in Richtung Karibik in die Dominikanische Republik. Danach geht es auf die ABC-Inseln. Anschließend werden wir weiter nach Kolumbien reisen, von wo wir nach Panama segeln möchten.
Planmäßig geht es dann durch Mittelamerika bis Mexiko und von dort nach Asien. Allen Ländern voran interessiert uns Japan und wir hoffen, dass wir zur Kirschblütenzeit dort sein werden. Nach Japan geht es durch Südostasien weiter Richtung Nahost, wobei hier noch unklar ist, welche Länder dann bereisbar sind – je nach aktueller politischer Lage.
Wir hoffen, dass wir über den Nahen Osten nach Nordafrika gelangen und so über Gibraltar nach Europa zurückkehren können. Damit wäre unsere Weltreise eine „runde Sache“ und die Mission, die Welt einmal zu umrunden, wäre perfekt.
Bis dahin: Feliz Navidad a todos!
Kim Clar und Carsten Fichtner